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Zwischen Pubertät und Depression – Eckental

28. April 2018

inh20171219-icebreakers1-grZwischen Pubertät und Depressionen Theaterprojekt „Icebreaker“ an der
Mittelschule Eckental

Ein Theaterprojekt der ganz besonderen Art fand am Freitag, den 17.12., in der
Mittelschule Eckental seinen Höhepunkt. Acht Schülerinnen und Schüler bereiteten gemeinsam mit dem freischaffenden Theatermacher Jean-François Drozak das Thema Depression im Jugendalter spielerisch auf.

Zunächst stellte Konrektor Ronald Kuhn bei der Begrüßung die Frage nach der Aussage
des Titels: „Eisbrecher auf hoher See, wenn sich ein Schiff im Eis festgefahren hat.
Icebreaker, als Theaterprojekt, mit der Idee, wenn man sich in der Pubertät mit seinen
Gefühlen festgefahren hat“ , so leitete er den Theatermorgen ein. Auch Bürgermeisterin
Ilse Dölle ließ es sich nicht nehmen, in der Mittelschule vorbeizuschauen. Sie freue sich
über die Offenheit und die Aktivität der Schule, mit dem Thema Depressionen im
Jugendalter umzugehen.

„Die Aufklärungsarbeit zum Thema Depression ist enorm wichtig. Bis zu 18,5 Prozent
der Jugendlichen unter 18 Jahren sind betroffen. Genau hier setzt Icebreaker an. Es
gelingt dem Theaterprojekt, Schüler an das Thema heranzuführen“, erklärte AOK Regionalleiter Jürgen Drachsler.

„Für die AOK Bayern ein guter Grund, das innovative Schulprojekt zu unterstützen.“ Nicht nur die Gesundheitskasse engagiert sich für die Prävention der Krankheit Depression. Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.

Einen Tag ein Superheld und am nächsten Tag eine Schnecke, erklärte der Autor und Regisseur des Stückes, Jean-François Drozak, zu Beginn. „Wann wird aus ‚schlecht drauf sein‘ eine Depression?“, fragte er in die Runde der Jugendlichen. Diese Frage wurde dann in den nächsten 60 Minuten von den acht Schülerinnen und Schülern auf der Bühne beantwortet. Und die Talente, die aus den 7. Klassen gecastet wurden, haben ihre Sache wirklich toll gemacht und konnten das junge Publikum fesseln.

Stell Dir vor, Du bist für 60 Minuten Psychiater und darfst diagnostizieren: Beim
Theaterstück „Icebreaker“ wurde das gesamte Publikum zum Facharztkollektiv. Welche
der Figuren auf der Bühne sind an einer ernsthaften Depression erkrankt und welche
sind einfach nur „schlecht drauf”? Kann man das überhaupt anhand einer Checkliste
unterscheiden? „In nur vier Tagen haben unsere Schülerinnen und Schülern das Stück
einstudiert“, berichtet Schulleiter Werner Albert sichtlich stolz. Das Publikum wurde
während der Aufführung immer wieder aufgefordert, Stellung zu dem auf der Bühne
Dargebotenen zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen. „Heute wurde das Stück
dann vor allen Schulklassen aufgeführt. Aber auch nach der Theater-Woche setzen wir
uns mit Depression im Jugendalter auseinander. In Diskussionsrunden im Unterricht
wollen wir die Thematik nachhaltig verankern“ so Werner Albert weiter.

Die Zuschauer erfuhren während des Theaterstücks, dass sich psychische Erkrankungen
oft schleichend und zunächst unbemerkt entwickeln. Sie lernten Verdachtsmomente
einer beginnenden oder vorhandenen Depression zu erkennen und diese anzusprechen.
Vor allem aber lernten sie, dass Depression eine heilbare Krankheit ist. Durch
theaterpädagogisches Erleben fanden die Zuschauer einen neuen Zugang zu der
Erkrankung Depression und zu der Problematik für die beteiligte Familie, besonders die
der Geschwisterkinder. Die interaktive und dadurch sehr intensive und persönliche
Auseinandersetzung nahm der Krankheit das Fremde und schaffte Verständnis für den
Erkrankten und sein direktes Umfeld. Das Eis wurde wortwörtlich gebrochen.

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