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Wo man mit Raufen sein Geld verdient – HZ 23.3

1. August 2015

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HERSBRUCK (us) — Christa Ebe­ling geht jeden Tag gern in die Ar­beit, Manuela Gründemann erzählt, dass Pflege mehr als „satt und sau­ber“ bedeutet, Kai Fenzel hat den Quali gemacht und später noch stu­diert und Timo Stötzner gibt zu, dass er manchmal mit Raufen sein Geld verdient. Vier Talkgäste aus sozialen Berufen haben Realschülern aus ih­rem Berufsalltag erzählt und diese haben das in eine szenische Berufs­beratung der ganz besonderen Art verwandelt – mit Hilfe des Theater­pädagogen Jean-Francois Drozak.


Nachmittags bei der Generalprobe wird noch mit den Talkgästen die optimale Haltung für das Mikrofon eingeübt und die sechs jungen Aktri­cen mit Speed-Abzählen in Perfor­mance- Modus versetzt. Schließlich soll abends alles laufen wie am Schnürchen, wenn zunächst Eltern und Interessierte und in den kom­menden Tagen 250 Schüler ihr Thea­terprojekt ansehen werden. Mit dem haben sich Pia Friedel, Belina Maul, Emily Lorenz, Tina Stengl, Leah Le­derer und Marlene Hopf ein ehrgei­ziges Ziel gesteckt: sie wollen ihren Mitschülern die Vorurteile gegen­über den sozialen Berufen nehmen.

Mit Hand und Fuß und Herz
Zur Seite steht ihnen Kulturdesig­ner und Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak, ausgesandt vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales und vom Bayeri­schen Staatsministerium für Ge­sundheit und Pflege. Als „Herzwer­ker“ bezeichnen sie in ihrer Kam­pagne Menschen, deren Arbeit nicht nur Hand und Fuß hat, sondern die sich mit viel Herz für andere einset­zen.

Christa Ebeling arbeitet im Blin­deninstitut Rückersdorf, Manuela Gründemann im Sigmund-Faber-Heim, Kai Fenzel ist als Streetwor­ker für belastete Jugendliche da und Timo Stötzner bringt als Erzieher im Kindergarten kleinen Rabauken auch mal faires Raufen bei. Sie alle haben den Schülern erzählt, was für sie ihren Beruf zum besten der Welt macht. Die Schüler haben schließ­lich in dreitägiger Arbeit kleine Sketche erarbeitet, die diese Berich­te szenisch umsetzen. Dabei ist al­lerhand gegen den Strich gebürstet: die Bühne ist frei von Requisiten bis auf einige zerbeulte Tonnen, die mal als Sitzgelegenheit oder als Becken­rand, mal als Fußbadewanne oder Sprachcomputer herhalten.

Die Schauspielerinnen tragen kei­ne Kostüme, sondern feine Kleider und Schmuck. Zur alten Dame wird Emily erst durch den stockenden, unsicheren Gang. Zur Schwerbehin­derten wird Tina durch ihre ge­hemmten Bewegungen und die star­re Miene, die sich „im Wasser“ zum ersten Mal aufhellt. Geschichten von Begegnungen, Berührungen und Be­ziehungen spielen die sechs Mäd­chen auf berührende Weise vor, die erwachsenen Talkgäste kommen noch einmal auf der Bühne zu Wort und Regisseur Drozak drückt zwi­schendurch seine Hochachtung für die Menschen aus, die diese unver­zichtbaren Berufe ergriffen haben. Dem spannenden und einfallsrei­chen Plädoyer für das Ergreifen so­zialer Berufe ist viel Erfolg bei den Jugendlichen zu wünschen, die in Kürze ihre Berufswahl treffen.

Mehr Infos dazu gibt es im Internet auf www.herzwerker.de.

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