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Wenn Fremde Freunde werden

24. Dezember 2016

15253598_1279193352137022_2379358774186789802_nEs ist ein Testballon, dieses Modellprojekt des Landesjugendwerk Bayern – mit den besten Rahmenbedingungen die eine Gemeinde im Bundesland zu bieten hat. Wenn es nicht möglich sein wird in Poing Jugendpolitik auf Augenhöhe zu betreiben, von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, dann nirgendwo in Bayern.

Wir werden Tagebuch führen, und unsere Erfahrungen mitteilen: Über den jetzigen Stand der Möglichkeiten ernsthafter Integration im reichsten Bundesland Deutschlands.

Poing ist eine familienfreundliche Gemeinde, hat den sozialen Wohnungsbau sehr ernst genommen, in der Integrationspolitik eine Vorreiterrolle. Vor einem Jahr hat der Bayerische Jugendring zu einer Tagung nach Nürnberg eingeladen. Gemeindereferent*innen aus ganz Bayern kamen nach Franken, um über die Herausforderungen rund um das Thema Integration zu diskutieren. Und welchen Beitrag die bayerische Jugendarbeit dabei leisten kann.


Im Nürnberger Presseclub waren Vorträge zu hören, doch herausragend war ein nicht geplanter Impuls des Poinger Gemeinderatmitglied Omid Atai. Er stellte spontan das ausgearbeitete Integrationskonzept der Gemeinde Poing vor. Es hatte Hand und Fuß, und wurde ihm buchstäblich von zahlreichen Gästen aus der Hand gerissen.

Weshalb?

Vor einem Jahr hatten viele Gemeinde zu diesem Thema viele Fragezeichen, während die Verwaltung und der Gemeinderat der Gemeinde Poing bereits erste Schritte wagten. Kräfte Bündeln, Konzeptionieren. Daher hat das Landesjugendwerk Bayern nach dieser Tagung und vielen Gesprächen beschlossen, ein Modellprojekt in und mit der Gemeinde Poing zu starten.

Eigenfinanziert und Unabhängig: Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung sollen Eigeninitiativ und auf Augenhöhe Jugendpolitik betreiben. Poing bietet aufgrund seines umgesetzten Integrationskonzeptes die besten Vorraussetzungen dafür.

Jugendarbeit im komunalen Kontext und die bayerische Integrationspolitik auf dem Prüfstand – modellhaft.

Demokratisches Denken auszuprobieren ist in der Jugendverbandsabreit maxime. Jugendarbeit beruht auf Freiwilligkeit. Keine Strafen oder Fremdmotivatoren! Selbstinitiative und Eigensinn sind gefragt, aber auch der emanzipatorische Wille, der Mut zum Scheitern.

Die Gründung einer Jugendinitiative, mit der Aussicht auf die Etablierung einer ortsgebundenen Jugendorganisation, ist keineswegs der Versuch einer Jugenddressur. Vielmehr lässt sich an der Jugendverbandsarbeit ablesen, was wirklich geht – und was weniger.

Es ist ein Testballon, dieses Modellprojekt des Landesjugendwerk Bayern – mit den besten Rahmenbedingungen die irgendeine Gemeinde im Bundesland zu bieten hat. Wenn es nicht möglich sein wird in Poing Jugendpolitik auf Augenhöhe zu betreiben, von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, dann nirgendwo in Bayern.

Wir werden Tagebuch führen, und unsere Erfahrungen mitteilen: Über den jetzigen Stand der Möglichkeiten ernsthafter Integration im reichsten Bundesland Deutschlands.

 

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