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Wenn es knallt, spüren wir Eure Angst

24. Juli 2011

acht-acht

Theaterstück “Acht.Acht” warnt vor der rechten Szene – Jugendliche können Gefahren oft nicht richtig einschätzen

Rechtsextreme Tendenzen sind nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern sogar ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Jugendliche erkennen häufig zu spät die Lockmanöver rechtsextremer Gruppierungen: mit Freibier oder Freikarten zum Fußball. Wie Franz und Paula (Namen frei erfunden), die das Gemeinschaftsgefühl im Stadion oder in der Hinterhofkneipe schätzen lernen. Und die “wahren” Werte der rechten Gesinnung. Alles gründet auf Gewalt. Beim Theaterprojekt “Acht.Acht” (alternativ: “Achtung Achtung”) sensibilisierten acht Jugendliche aus Weidener Schulen ihre Zuschauer zu den Gefahren der rechten Szene. Zur Premiere am Dienstag im Jugendring begrüßte Tanja Koller, Vorsitzende des Stadtjugendrings, zahlreiche Besucher.

Gespielte Parolen” ließen dabei tief blicken. Die Neonazis demaskierten sich: “Gewalt ist die einzige Form von Achtung, die wir von Euch erzwingen können. Gewalt ist in eurem Spiel nicht erlaubt, jedenfalls nicht die, die die Leute beim Einkaufen oder Spaßhaben stören könnte. Aber wir, wir lieben sie. Nur die Gewalt auf der Straße und im Stadion schafft es, uns für kurze Zeit über euch zu stellen. In dem Moment, wo es knallt, da spüren wir eure Angst.”


Für einen Farbigen stellt es nach Nazi-Auffassung eine gerechte Strafe dar, wenn er zusammengeschlagen wird. Rechtsextreme Sprüche und CD-Geschenke schaffen Abhängigkeit. All das verdeutlicht das Stück, bei dem Regisseur Jean-Francois Drozak Regie führte. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis “Weiden ist bunt”, dem BDKJ-Bamberg und der Agentur für Kunstdesign “Kunstdünger” aus Nürnberg. Für die Finanzierung galten der Stadt Weiden und “Arbeit um Leben” der Dank. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass die Schauspieler die Rolle ohne Manuskript mit Inhalten und Leben erfüllten. Sie ernteten reichlich Beifall und rote Rosen.

In der Diskussion stellte sich heraus, dass die Jugendlichen sich mit der Zeit des Nationalsozialismus in der Zeit von 1933 bis 1945 auskennen, jedoch die heutigen rechtsextremen Tendenzen nicht so klar einschätzen können. Die Verlockung bei der Anwerbung scheint groß zu sein. Starke soziale Bindungen durch Sportvereine oder Jugendverbände sind für Sozialpädagoge Andreas Klier das beste “Gegenmittel” zum Rechtsextremismus.

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