- Icebreaker& Pressespiegel+ Depression und AngehörigeKunstdünger
Wenn die Seele Unterstützung braucht – NZ

11. April 2016

icebreakerAlex hat sich in der letzten Zeit sehr verändert. Nichts mehr macht dem Jugendlichen noch eine Freude. Er zieht sich immer mehr von seinen Freunden zurück und erscheint nicht einmal auf seiner Geburtstagsparty. Nur seinem Tagebuch vertraut der Junge seine Gedanken an – und diese sind sehr, sehr traurig.

Alex hat Depressionen. So zeigen das die Schüler der Friedrich-Staedtler-Mittelschule in ihrem Theaterstück „Icebreaker“, das sie heute wie schon auch gestern in ihrer Schule in Nürnberg aufführen. Sie bringen ein Thema auf die Bühne, das eben nicht nur Erwachsene betreffen kann. Auch Kinder und Jugendliche, so wie Alex, können an Depressionen erkranken.


Auf die Dauer der Trauer kommt es an.  Depression ist eine Erkrankung der Seele und das macht die Sache manchmal schwierig. Ganz anders als beim Knochenbruch, den ein Röntgenbild sofort zeigt, kann man die psychischen Erkrankungen nicht immer auf den ersten Blick auch als solche erkennen. Depression kann sich unter anderem durch folgende Anzeichen bemerkbar machen: Traurigkeit, Ängstlichkeit, Hoffnungslosigkeit, Bauch- oder Kopfweh, Appetitlosigkeit, Müdigkeit. Dabei müssen mehrere Symptome, wie man die Anzeichen einer Erkrankung nennt, gleichzeitig auftreten.

Aber natürlich hat jeder mal Ängste oder Bauchweh, ist mal traurig oder hat keine Lust, seinen Geburtstag zu feiern oder sich mit Freunden zu treffen. Aber was Alex aus dem Theaterstück von jemand anderem ohne Depression unterscheidet, ist die Dauer, wie lange es ihm schlechtgeht. „Von einer Depression kann man nur dann sprechen, wenn bestimmte Verhaltensweisen und Anzeichen über zwölf Wochen andauern“, erläutert Renate Rumrich vom Jugendamt Nürnberg. Sollte das der Fall sein, sollte man unbedingt zum Doktor gehen, etwa zum Kinder- und Jugendarzt, rät die Familientherapeutin. „Je eher jemand zum Arzt geht, desto besser lässt sich die Krankheit behandeln“, betont Rumrich. Dieser Schritt kostet die Betroffenen manchmal Überwindung, sagt die Expertin: „Es ist oft mit Scham verbunden, über Depression zu sprechen.“ Dabei ist so eine Krankheit nicht selbstverschuldet.

Es braucht nicht einmal einen bestimmten Anlass, wie etwa den Tod eines Familienangehörigen, damit sie ausbricht. „Man kann sie auch vererbt bekommen“, meint Rumrich. Um wieder gesund zu werden, machen die Betroffenen eine Psychotherapie.
Das heißt, sie sprechen mit einem Psychotherapeuten über ihre Gefühle und Erlebnisse und lernen, mit ihnen umzugehen. Manchmal können auch Medikamente weiterhelfen oder beides. Die erkrankten Kinder und Jugendlichen brauchen aber auch in ihrem Umfeld Unterstützung, sagt die Familientherapeutin: „Man sollte mit ihnen reden, ihnen zeigen, dass sie einem wichtig sind. Auch wenn sie manchmal komisch sind: Sie tun das nicht absichtlich. Oft wissen sie selbst nicht, warum sie sich so und nicht anders verhalten.“ Als Freund, Bruder oder Schwester sollte man auch die Probleme des anderen nicht alleine lösen wollen. „Man sollte zum Beispiel Eltern um Hilfe bitten“, rät
Rumrich. Die Mühe lohnt sich, weiß die Expertin: „Kinder sind leichter behandelbar als Erwachsene.“

Dieser Beitrag wurde unter - Icebreaker, & Pressespiegel, + Depression und Angehörige, Kunstdünger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.