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Weniger Geld, weniger Qualität, mehr Probleme – NZ

3. Januar 2016

DSC07006 DSC06998Millionen Bürger in Deutschland sind Mitglieder der katholischen oder evangelischen Kirche. Während der Besuch eines Gottesdienstes freiwillig bleibt, ist die Kirchensteuer eine Pflicht für sie. Auch wenn diese Tatsache einige als lästig oder gar ärgerlich empfinden: Mit der Kirchensteuer kann man viel Gutes tun, davon ist Julia Rodin überzeugt. Sie arbeitet für das Frauenwerk Stein, das Frauen Mutter-Kind-Kuren ermöglicht.


„Der Zuschuss durch die Kirchensteuer unterstützt uns sehr stark“, sagt die Kauffrau. Nach Meinung von Rodin kann das Frauenwerk seine Angebote für Mütter so qualitativ besser gestalten. Auch Carolin Auner zufolge spricht einiges für die Kirchensteuer, obwohl die Jesuitenmission in Nürnberg, für die die 36-Jährige arbeitet, nicht von dieser Steuer profitiert: Das Hilfswerk des Jesuitenordens in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt viele Bildungsprojekte in der dritten Welt durch und finanziert sich durch Spenden. „Bei anderen kirchlichen Einrichtungen gäbe es ohne Kirchensteuer große Probleme“, sagt sie. Es würde vor allem Einrichtungen mit solchen Aufgaben treffen, die der Staat nicht übernimmt, etwa die Seelsorge.
Gäbe es keine Kirchensteuer mehr, könnten die Leute dieses Geld allerdings an gute Zwecke spenden, findet Auner. Nur: „Woher weiß man, was ein guter Zweck ist? Es gibt so viele Projekte, die man unterstützen kann.“ Nach Meinung von Rodin wäre es ein möglicher Kompromiss, wenn Menschen über die Verwendung der Kirchensteuer mitentscheiden dürften. Denn momentan treten viele wegen der Steuer aus der Kirche aus: „Ich sehe da schon einen Zusammenhang,

besonders in der letzten Zeit.“, sagt die 36-Jährige. Auner glaubt jedoch nicht, dass das der einzige Grund ist: „Die Leute finden sich in der Kirche nicht wieder, sie gibt ihnen nichts mehr. Da ist die Kirchensteuer nur noch das letzte Stück, das noch ein wenig dazu beiträgt.“

Beide, Rodin wie auch Auner, sehen in der Kirchensteuer eher eine christliche Pflicht, anderen zu helfen, als einen Zwang. „Es ist ein Privileg, in einem sicheren Land wie Deutschland aufwachsen zu können“, sagt Auner und fügt hinzu, „wir haben viele Chancen auf eine Ausbildung und verdienen unser Geld. Jeder sollte deshalb jeden unterstützen.“ Dabei gibt es mehrere Wege: „Das kann durch Zeit sein, zum Beispiel, wenn man die Kinder der Nachbarn betreut, Senioren hilft oder einen Verein unterstützt. Das geht aber auch mit Geld. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der es selbstverständlich ist, anderen zu helfen oder soziale Dienste zu leisten.“
Vanessa Hant, Annika Knebel

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