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Weniger Arbeit, mehr Zeit für Ehrenamt – EFA

23. Juli 2017

Barthel Pester JournalistUnsere Gesellschaft strebt nach Wachstum. Dabei könnte es auch anders gehen, sagt der freie Journalist Barthel Pester. Im Interview mit den Schülern der IGS-Aurich West erklärt er, wieso ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur für den einzelnen sondern für die gesamte Gesellschaft von Wert wäre.

Redaktion: Eva Holthuis, Siljan Braje und Peter Kubatschek

 

 

IGS: Herr Pester, Sie beschäftigen sich mit alternativen Wirtschaftstheorien. Welche Rolle spielt da das Ehrenamt?

Pester: Nehmen wir das Modell der Postwachstumsökonomie (Anm. d. Red.: System, das nicht auf Wachstum angewiesen ist). Da arbeite ich nicht mehr 100 Prozent, sondern nur noch 50 Prozent meines Lebens. Auch mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wäre ich wirtschaftlich abgesichert und hätte automatisch mehr Zeit, die ich sinnvoll für die Gesellschaft nutzen kann – beispielsweise in Form des Ehrenamts.


Noch sind Postwachstumsökonomie und Grundeinkommen jedoch Wunschdenken.

Ja, aber wir haben schon jetzt die Möglichkeit, Dienstleistungen zu tauschen und nicht immer dafür bezahlen zu müssen. Der eine mäht  den Rasen, die andere kauft ein. Die eine schneidet die Haare, der andere zieht dafür das Unkraut raus. Da gibt es unerschöpfliche Möglichkeiten, wie wir unsere Fähigkeiten tauschen können.

Viele Menschen haben neben der Arbeit wenig Zeit für freiwilliges Engagement. Was könnten Arbeitgeber da tun – und was hätten sie davon?

Auch in Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass Ressourcen endlich sind. Und das ist auch die Ressource Zeit. Ich kann da als Unternehmer auch ein gewisses Bewusstsein entwickeln, wenn ich meine Leute nicht verheizen möchte. Ich kann zum Beispiel meine Mitarbeiter für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten freistellen. Das hat gleich zwei Vorteile für mich: Ich habe nicht nur zufriedene Mitarbeiter, sondern auch einen Imagegewinn in der Öffentlichkeit. Nach dem Motto: Mach was Gutes und rede darüber.

Auch Sie engagieren sich ehrenamtlich. Was haben Sie davon?

Wir bringen in einem Team jedes Jahr einen Einkaufskompass heraus. Eine Art Ratgeber für nachhaltigen Konsum. Im Moment sind wir dabei, in Oldenburg einen Ernährungsrat zu grün­den. Das macht zum einen erst mal viel Spaß, ich mache dieses Ehrenamt ja der Inhalte wegen. Andererseits ist es aber auch die Begegnung mit Menschen, gemeinsam etwas zu schaffen.

 

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