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Was ist ein Adjektiv? VZ

15. Februar 2016

schwarzer Peter-Bamberg-065Landshut. Deutschunterricht im Theater gab es im Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ). Als Grundlage diente „Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit von Albert Camus.

Das Projekt „CariMigra“ ist jedoch sehr viel mehr als Theater. Es ist ein Projekt, das seinen Ursprung beim Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes Nürnberg hat und sich über zwei Wochen erstreckt. In der ersten Hälfte beschäftigen sich die Schüler mit Migrationshintergrund mit dem kulturellen Leben ihrer Stadt.


Es wurde die typisch deutsche Küche in unterschiedlichen Restaurants getestet. Ein Besuch im Haus International gehörte ebenso zum Programm wie das Gespräch mit einer Stadträtin oder Kaffee und Kuchen bei einer typisch deutschen Familie in einem typisch deutschen Wohnzimmer.

Die zweite Woche war dem Einstudieren des Theaterstücks vorbehalten. Regisseur und Theaterpädagoge Jean- Francois Drozak lobte die schnelle Auffassungsgabe und hervorragende Umsetzung der Inszenierung durch die 14- bis 16- jährigen Jugendlichen. Der stellvertretende Schulleiter des SFZ Walter Kainz meinte, es sei nicht immer einfach für seine Schüler. „Sie kennen ihre Wurzeln und sind hier zu Hause. Daheim fühlen sie sich denn nicht.“ Sprachliche Barrieren und kulturelle Unterschiede stünden der Integration oft im Weg. Deshalb begrüßte er es, dass sieben seiner Schützlinge auf diesem Weg einen tieferen Einblick in die bayerische Kultur bekamen. Eine Erfahrung, die sie an ihre Mitschüler weitergeben könnten.

„Wir möchten Ihnen Deutsch beibringen“ stellte der Regisseur des Stückes vor. Es ist 1961 und Jonas hatte als Maler kurz vorher seinen Durchbruch. Die Zeitungen schreiben über ihn, die Galeristen wollen seine Bilder kaufen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in der kleinen Wohnung im vierten Stock eines Pariser Mehrfamilienhauses.

„Ich bin die Galeristin“, „er ist Jonas“. So beschäftigte sich die erste Szene mit dem Personalpronomen. In der zweiten Szene galt es, einen Lückentext mit dem richtigen Nomen zu füllen. „Freeze“ war die Ansage des Regisseurs, welche die jungen Künstler in der Bewegung innehalten lies. Dann war das Publikum gefragt. Welches Wort gehörte in die Lücke? Auch Präpositionen, Wortfamilien und Mehrfachbedeutungen wurden behandelt. „Was ist ein Adjektiv?“ fragte Drozak und erläuterte mit Hilfe einer Zuschauerin: „Ihr Haar ist lang. Es ist schwarz und glänzend.“ Nach einem kurzen Blick auf den Nebenplatz fuhr er fort: „Und ihr Mann ist sauer.“ Es war ein äußerst unterhaltsamer Abend. Die jungen Künstler hatten ganz offensichtlich große Freude an der Aufführung. Sie wurden mit viel Gelächter und Applaus vom Publikum belohnt. Schulleiterin Gabriella Lohmüller war voll des Lobes für ihre Schützlinge. Die wurden von allen Seiten beglückwünscht. Bei der anschließenden Feier mussten sie alles über ihre Erfahrungen mit dem Projekt berichten. –cr-

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