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Wachsam bleiben! Bayrische Staatskanzlei im Publikum

5. Juli 2010

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Film- und Fotoaufnahmen sind nicht erlaubt. Auch die Namen der Mitwirkenden dürfen nicht genannt werden: »Alles zum Schutz vor Verfolgung durch Neonazis, die regelrechte Fahndungslisten ins Internet stellen«, so Regisseur Jean-Francois Drozak. Staatssekretär Dr. Marcel Huber begrüßte das Publikum im Namen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Eine Reise nach China verhinderte seinen von langer Hand geplanten Theaterbesuch.


FORCHHEIM – An der Adalbert-Stifter-Volksschule haben der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bamberg zusammen mit dem Kreisjugendring (KJR) Forchheim und der Agentur Kunstdünger Nürnberg ein dreitägiges Theaterprojekt organisiert. Die Brisanz ist nicht zu übersehen.

Das Stück »Acht.Acht«, das die Achtklässler da wortkarg, statisch und sehr gespenstisch auf die Bühne bringen, hat die Neue Rechte im Visier, die sich harmlos gibt, um sich einzuschleichen. »Man sieht ihnen oft nicht an, dass sie Rechte sind«, so Ursula Albuschkat vom KJR.

Mit großer Ernsthaftigkeit entlarven die Jugendlichen die Tricks der Rattenfänger, wie es Organisator Michael Albrecht beschreibt. »Wir spielen ganz nahe an der Realität. Das verstört die Zuschauer.« Darunter die Schüler der AST, der Ritter-von-Traitteur-Schule und der Pestalozzischule.

In nur wenigen Tagen Probenarbeit ist es den Schauspielanfängern gelungen, sich in die Subkultur aus Fußball, Freibier und Gewalt einzufühlen. Franz, Andrea und Paul sind Schüler auf der Suche nach sich selbst, nach Anerkennung, nach Abenteuer. Bei den Rechten Udo, Kathrin, Stefanie und einem Boxtrainer scheinen sie fündig zu werden.

Doch ganz können diese ihre Gesinnung nicht verbergen. Da ist von »Negern mit Gnadenstoß«, einer »roten Drecksau« oder »Kanaken«, die an »deutschen Eichen hängen« die Rede. Den Worten folgen schließlich Taten.

Ein drastisches Beispiel, das mit dem Verteilen von Schulhof-CDs beginnt, sich über Gewaltandrohungen bis hin zum Ausbruch derselben steigert. »Gewalt ist die einzige Form von Achtung, die wir von euch erzwingen können«, skandieren die Rechtsextremen. Stumme Opfer, grölende Täter, missbrauchte Begeisterung.

Eine authentische, bisweilen schmerzhafte Auseinandersetzung mit einem Thema, das scheinbar immer nur die anderen betrifft. Was Jugendliche an der rechten Szene fasziniert?Eine der Schauspielerinnen bringt es auf den Punkt: »Macht.« Ein lehrreicher Abend voller Denkanstöße, aber keineswegs ein leicht verdauliches Stück. UDO GÜLDNER

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