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Vier im Weckla – NN

15. Juli 2014

nürnberg

Der in Brasilien geborene Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak hat in der künstlerischen Tradition seines Landes ein sogenanntes „Playback-Theaterstück“ auf die Bühne gebracht. Theater, das die Biografien „ganz normaler“ Menschen aufgreift und sie szenisch umsetzt. Damit wird gezeigt, dass auch in „Normalen“ stets das „Besonderes“ steckt. Ein Theater, das denjenigen die Stimme verleiht, die sonst stumm bleiben, da ihnen kein Forum geboten wird oder sie diskriminiert werden. Drozak wuchs in Brasilien, Belgien und Bayern.


Im vorliegenden Projekt realisierte Drozak mit sieben Jugendlichen von der Insel-Schütt-Schule Nürnberg das Theaterprojekt „Vier in Weckla“. Was er und seine Schützlinge – alle mit einem Migrationshintergrund – auf die Bühne brachten, beschäftigte sich unter  anderem mit lustigen Anekdoten, aber auch Nachdenklichem über „das Ankommen im so fremde Deutschland“.

Zwei Aufführungen am 27. und am 28. September 2012 boten den Rahmen für das Projekt. Vier Mitglieder des Nürnberger Integrationsrats stellten sich als Erzähler zur Verfügung: Cooper Thompson, Lemia Yiyit, Gustavo Rodriguez und Maria Gorelova lieferten unter anderem Beiträge über die bedrückten Erfahrung Jugendlicher  in einem franquistischen Internat zur Zeit der spanischen Diktatur. Insgesamt acht Geschichten und Visionen setzten die Beteiligten erst vor einem öffentlichen Publikum mit rund 50 Besuchern  und schließlich in einer voll besetzten Aula vor  ihren Freunden und Klassenkameraden um.

Sie lernten dabei folgendes: Der Erfahrungsschatz der Älteren ist ein wichtiges Erbe, das ebenso erzählenswert ist, wie die Geschichten der „Reichen und Schönen“. Und was für ihre Mütter, Väter, Tanten, Großeltern, Bekannten, Freunden gilt, gilt auch für sie selbst. Auch was sie empfinden, erfahren und zu sagen haben, ist wert artikuliert und gehört zu werden.

Zusätzlich vermittelte ihnen das Theaterprojekt die Einsicht, dass Engagement immer möglich ist, sogar in einer Diktatur und sogar dann, wenn man als Jugendlicher das Gefühl  hat, mit seinen Sorgen und Problemen kein Gehör zu finden. Niemals aufgeben!

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