- Der schwarze Peter& Pressespiegel+ Demokratie und ToleranzKunstdünger
Viel Applaus für Stück gegen Ausgrenzung – FP

29. Juli 2012

petra

Mittelschüler aus Feilitzsch und angehende Erzieherinnen der Hofer Fach- akademie für Sozialpädagogik stehen gemeinsam auf der Bühne. Auch das Publikum bestimmt mit.

Feilitzsch – Mobbing und Ausgrenzung können Jungen oder Männer genauso schnell treffen wie Frauen und Mädchen. Das konnten die Besucher der Premiere des Theaterstückes “Der Schwarze Peter” in der voll besetzten Feilitzscher Turnhalle hautnah erleben. Auf der Bühne standen angehende Erzieherinnen und Erzieher aus der Hofer Fachakademie für Sozialpädagogik und Schüler der Mittelschule Bayerisches Vogtland in Feilitzsch.

Petra geht abends mit weißer Hautfarbe ins Bett und wacht am Morgen mit schwarzer Hautfarbe auf. Das Stück ist eine Adaption der Geschichte von Franz Kafkas “Verwandlung”. “Stell dir vor”, sagt Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak, “dir passiert das. Was tust du dann?” Nun – Petra ist es passiert, und auf der Bühne zeigen junge Menschen, wie die Geschichte sich entwickelt. Das Publikum kann mitbestimmen – demokratisch. Insgesamt viermal entwickelt sich die Story so, wie das Publikum es will.


Das eindringliche Spiel der Gruppe verfehlte seine Wirkung nicht. Die Darsteller aus Hof und Feilitzsch wirken wie ein Team und erhalten viel Applaus. Wie ist das, wenn jemand ausgegrenzt wird? Wie fühlt er sich? Welche Impulse gehen dadurch an die “Unbeteiligten”? Zu welchen rhetorischen Spielchen greifen die Ausgrenzer? Wie könnte man ihnen begegnen, was könnte man ihnen erwidern? In knappe Szenen hat Jean-Francois Drozak diese Thematik gefasst und in wenigen Tagen mit den Studierenden und Schülern erarbeitet. Die große innere Not von Petra, die Unsicherheit und vermeintliche Coolness ihrer Klasse, die begreifbare Panik ihrer Mutter und die gemischten Gefühle ihrer Schwester beeindruckten die Zuschauer.

Wie würde ich mich verhalten, wenn ich betroffen wäre? Wenn ich Zeuge wäre?” Solche Fragen standen in der anschließenden Diskussion im Mittelpunkt. Im “Schwarzen Peter” geht es nur symbolisch um einen dunkelhäutigen Menschen. Anders zu sein als andere genügt oft schon, um ausgegrenzt und diskriminiert zu werden. Dies darzustellen war den jungen Menschen wichtig – und so gehen sie mit dem Stück durch die Klassen der Feilitzscher und der Regnitzlosauer Schule. Insgesamt 250 Schüler erlebten das Stück bei der Premiere. Zwei Tage später war es bereits in Schwarzenbach/Saale an der Saale zu sehen. “Der Schwarze Peter” ist auf Tournee.

Eindeutig positioniert das Stück die kooperierenden Schulen als “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Verantwortlich für die Aufführung sind Schulleiter Peter Gradel, Nanne Wienands von der Fachakademie für Sozialpädagogik und Jean-Francois Drozak von der Agentur Kunstdünger aus Nürnberg.

Dieser Beitrag wurde unter - Der schwarze Peter, & Pressespiegel, + Demokratie und Toleranz, Kunstdünger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.