& Der BarfreitagNordkurve - Aktuell
Verhüllt, Verzerrt und Aufgeblasen

22. März 2012

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Vernissage am 23.3. ab 20 Uh
Ausstellung bis Ende Mai
Nordkurve – Rothenburgerstrasse 51a
90443 Nürnberg


Begierde treibt und zieht an. Mode ist Bedürfnis und eitles Verlangen. Grenzwelten sind Ausflüge. Erst eine Grenze lockt den Mensch zur Überschreitung. Erst im Zusammensein einer Gesellschaft beginnt Gier. Offensichtlich ist die Gier immer nur bei anderen – ganz so als sei man selbst, völlig frei davon. Auf dem Weg zur Selbsterkenntnis stößt man an Ecken und Kanten, so dass wir uns selbst nicht mehr leiden können. Laila Auburger, Simona Leyzerovich und Veronika Schneider befassen sich mit der Suche nach Unbedingtheit. Zuständlich fühlt sich jede von ihnen für das was hinter dem Körperlichen steht. Eine Antwort auf diese Fragen, garantieren sie nicht.Begierden Einzelner –

Laila Auburger präsentiert Arbeiten, die sich mit diesem Begriff beschäftigen. Im Mittelpunkt steht die Darstellung von Menschen, die sich mit ihren Wünsche, Träumen, Sehnsüchten auseinander-setzen und dem sich daraus resultierenden individuellen Selbstverständnis. In ihren Fotografien zeigt Auburger sowohl die Legitimität als auch die Ursprünglichkeit verschiedenster Begierden. Eine Suche zwischen Rastlosigkeit und Heimat. Laila Auburger ist in Nürnberg geboren und aufgewachsen. Sie studiert an der Akademie der Bildenden Künste. Zu sehen ist nun ihre zweite, eigenständige Ausstellung.


Simona Leyzerovichs Werke zeigen Grenzwelten, surreale Interpretationen, reduziert und aufgeblasen zugleich. Gerne übertreibt die Künstlerin menschliche Eigenschaften und Charakterzüge. Sie malt mit der gleichen Haltung, wie sie Geschichten schreibt. Dabei sind Kritik und Perfektionismus für sie ein gängiges Mittel. Ausgangspunkt sind ihr ausgeprägtes fotographisches Gedächtnis, aber auch tatsächliche Ablichtungen. Nach einer Beschreibung von Form und Eindruck, trägt sie das Wesentliche reduziert auf Leinwände auf. Am roten Faden der bildnerischen Dramaturgie, schmückt sie das Wesentliche aus.

Simona Leyzerovich ist in St. Petersburg geboren, wo sie einen großen Teil ihrer Kindheit verbracht hat. Als Jugendliche zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Seit ihrer Kindheit erarbeitet sie sich einen eigenständigen Malstil. Nun hofft sie bald Kunst studieren zu können. Neben dem Abend-Gymnasium ist sie mit ihren Freunden künstlerisch aktiv.

Need – Desire“ –Veronika Schneider beschäftigt sich mit der Entstehung und dem Sinn von Mode. In wieweit ist Mode notwendiger Bestandteil des Lebens, d.h. „Need“ oder ist sie Luxus, d.h. „Desire“?  Über verschiedene wissenschaftliche Disziplinen versucht unsere Gesellschaft Grundlagen und Orientierung zu finden. Allerdings empfindet der Einzelne subjektiv und ist, nicht nur biologisch gesehen, einzigartig. Auch wenn man alle Bedürfnisse bzw. Begierden auf den kleinsten gemeinsamen Nenner brächte, besteht immer noch die Wahrscheinlichkeit an Abweichungen. Ferner sind Bedürfnis und Begierde miteinander verknüpft und voneinander abhängig. Ob bzw. wo die Begierde aus dem Bedürfnis entspringt oder umgekehrt, ist nicht eindeutig festzulegen. Daraus ergibt sich ein Kreislauf.
Ist Mode nun Bedürfnis oder Begierde? Sie ist beides. Um dieser Thematik bzw. Analyse innerhalb einer Kollektion gerecht zu werden, baut Schneiders Arbeit auf folgender Frage auf: Was braucht der Mensch, wie nützlich oder funktional soll die Kleidung in materieller oder immaterieller Hinsicht sein? Um die so vielfältigen Antworten umzusetzen, findet eine Mutation in den verschiedenen Designebenen statt; in Verarbeitung, Konstruktion, Farbe, Material, Form und Details. Ausgangspunkt ist der klassische Herrenanzug. Da sich Bedürfnis und Begierde, wie vorher erwähnt, in einem Kreislauf befinden, ist dies auf die Kollektion übertragen und bedient sich des Dualismus von Chaos und Ordnung, Zusammenfügen und Zerlegen, Konvention und Abstraktion. Der Anzug steht hier als Symbol für Ordnung, Norm, Konvention und Konformismus. Dies wird einerseits weitergeführt, anderseits mittels Unordnung,  Abnormen, Abstraktion und Individuellem in Kontrast gestellt. So zerlegen sich Schnitt, Material, Farbe und Details, um sich für jedes Outfit in mutierter Form wieder zusammenzufügen. Um die Vielfalt an Bedürfnissen und Begierden zu betonen und diese in Kontrast zu setzten, entwickeln sich die Outfits in zwei entgegengesetzte Richtungen – die  natürliche und die technische. Der Kreislauf schließt sich mit den für Kleidung, Laufsteg und die Mode ungewöhnlichen Stadien. Was ist der Anfang, was ist das Ende?

Vroni Schneider- Nach ihrer Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin, folgte das Studium in Modedesign in Pforzheim. Der soziologische Hintergrund an Mode interessierte sie bald mehr, als sich an Ästhetik und die damit verbundene „Detailfummelei“ aufzuhängen. Ein Volontariat bei „fabrics interseason“ beeinflusste ihre neue Kollektion. Sie ist Resümé aus ihrem Studium, beschreibt ihre Beziehung zu Mode.

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