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Verdrängen „die Reichen“ aus Gostenhof? NZ

25. Dezember 2015

Volprecht Subversiv PlakatDie Debatte um eine angebliche Gentrifizierung in diesem Stadtteil eskalierte vor kurzem in Gewalt und Anfeindungen (die NZ berichtete). Mehr Sachlichkeit in die Diskussion will jetzt ein Kunstprojekt bringen. Die Initiative „Spielstraße: Ein Denkmal für die Volprechtstraße“ will auf die Stadtteilsanierung, die ihrenSchwerpunkt in den 1980er Jahren hatte, aufmerksam machen und vor allem die vielen Gostenhofer Bürger würdigen, die sich damals beteiligten.

„Sie haben Gostenhof positiv verändert“, betont Jean-Francois Drozak von der „Nordkurve“, einer soziokulturellen Initiative in Gostenhof, und Initiator des Kunstprojektes. Die Volprechtstraße, für die ein Denkmal geplant ist, spielte damals bei der Stadtteilsanierung eine wichtige Rolle, denn sie wurde in eine Spielstraße umgewandelt und machte damit Schule in ganz Deutschland.

Der Anlass für das Projekt ist aktuell, erläutert Drozak: „Ob politische Gruppen oder Kreative in Gostenhof: Es gibt einige, die sehr öffentlichkeitswirksam den Stadtteil für sich vereinnahmen wollen und ihn als Marke präsentieren. Gostenhof ist aber nicht homogen. Hier leben unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Schichten. Und wir wollen, dass sie alle sich hier wohlfühlen.“

Außerdem: „Bei der jetzigen Diskussion wird die Geschichte Gostenhofs, sein Wandel in der Nachkriegszeit, völlig außer Acht gelassen. Diese Kenntnisse bilden aber die Grundlage für eine sachliche Diskussion“, sagt Drozak.

Der Kooperationspartner des Kunstprojekts ist der Verein „Geschichte für Alle“. „Das Projekt will nicht polarisieren, sondern informieren, wie Wandel in einem Stadtteil vollzogen wird. Das unterstützen wir“, sagt Katrin Kasparek von „Geschichte für Alle“. So bietet der Verein im Rahmen der Auftaktveranstaltung eine kostenlose Stadtteilführung mit der Historikerin und Gostenhoferin Nina Lutz an. Dabei wird der Wandel des Stadtteils im Mittelpunkt stehen.

Die Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 25. September, ab 20 Uhr im Showroom der „Nordkurve“ in der Rothenburger Straße 51a statt. Die Organisatoren von „Spielstraße: Ein Denkmal für die Volprechtstraße“ laden alle Interessierten dazu ein. Das Kunstprojekt zielt auf eine möglichst breite Beteiligung von Bürgern ab. Im Schaufenster der „Nordkurve“ steht bereits der Denkmalkorpus aus Sandstein.

Ideen für seine weitere kreative Gestaltung können bis zum 1.November direkt im Showroom oder per E-Mail (info(ad)kunstduengernuernberg. de) abgegeben werden. „Das Kuratorium der Nordkurve entscheidet darüber, welcher der Vorschläge umgesetzt wird. Das Denkmal wird im Frühjahr 2016 eingeweiht. Seinen Platz wird es entweder im öffentlichen Raum oder auf Privatgelände einnehmen“, so Drozak.

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