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Theater gegen Rechts – Münchner Merkur

27. Juni 2012

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Organisator ist das Jugendzentrum, gespielt wird das Stück von Schülern. Es wird ein „szenischer Tatsachenbericht“ sein, den die Zuschauer zu sehen bekommen, erklären Judith Gitay und Lars Hoffmann, die beiden pädagogischen Mitarbeiter im Jugendzentrum. Dargestellt werde, mit welch subversiven Methoden Jugendliche in die Neonazi-Szene gelockt werden.

Grundlage für das Theaterstück „acht.acht“ sind Interviews, die Studenten der Ohm-Hochschule Nürnberg mit Rechtsradikalen, mit Jugendlichen, mit der Polizei und mit Pädagogen geführt haben. Aus den Gesprächen ist das Drehbuch entstanden, welches der Theaterpädagoge Jean Francois Drozak entworfen hat. Er wird im April 2012 für ein paar Tage nach Poing kommen, um Jugendliche der Jahrgangsstufen 7 bis 10 der Realschule und der Mittelschule (beide in Poing-Nord) für das Theaterstück auszuwählen, es mit ihnen zu proben und anschließend aufzuführen. „Das Projekt soll Prävention sein“, sagen Judith Gitay und Lars Hoffmann. Begleitend zum Theater erhalten die Lehrer Material für den Schulunterricht, um mit den Schülern die Themen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus und Intoleranz zu bearbeiten.

Ausgangslage für das Projekt sei die Bevölkerungsstruktur in der Gemeinde Poing gewesen, erzählen Gitay und Hoffmann. Rund zwölf Prozent der 14 500 Bürger haben nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, „Menschen verschiedenster Nationalitäten und kultureller Hintergründe leben und arbeiten neben- und miteinander“. Rechtsradikale Tendenzen bei Jugendlichen haben die beiden Betreuer im Jugendzentrum bislang keine ausgemacht; in dem Projekt gehe es auch nicht um ein Patentrezept gegen Rechtsradikalismus, „sondern um die Erziehung unserer Jugendlichen zu selbstbewussten und demokratischen Persönlichkeiten, die gern in einer heterogenen und bunten Gesellschaft leben“, betonen Gitay und Hoffmann. Aufgeführt wird das Stück in der Turnhalle der Seerosenschule (Sonderpädagogisches Förderzentrum), Premiere ist am Dienstag, 1. Mai. Hierzu ist die Öffentlichkeit eingeladen, am Tag darauf folgen weitere Aufführungen für Schüler der Mittel- und der Realschule. Das Poinger Jugendzentrum ist Veranstalter, Organisator und Kostenträger des Kooperationsprojekts der beiden Schulen in Poing-Nord. Finanzielle Unterstützung kommt vom landkreisweiten Aktionsbündnis „Bunt statt Braun“.
Armin Rösl

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