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Schwarze Petra in Gräfenberg

7. April 2011

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Gräfenberg    Mit sogenannten „Präventationstagen“ möchte das Dekanat Gräfenberg, die evangelische Jugend und das Bürgerforum Gräfenberg, an den beiden Mittelschulen in Gräfenberg und Neunkirchen einen Beitrag zur Festigung der Demokratie und Toleranz und für ein friedliches Miteinander leisten. Acht Schülerinnen und ein Schüler hatten dazu gemeinsam unter fachkundiger Assistenz ein kleines Theaterstück einstudiert, welches sich auf sehr eindringliche Weise gegen Ausgrenzung und Rassenwahn wendet.


Die Vorlage für die Entwicklung des Stückes fanden die Schüler in der Hauptfigur des „Gregor Samsa“, in dem Roman „Die Verwandlung“von Franz Kafka. Der Handelsvertreter Samsa wacht darin eines Morgens als überdimensionaler Käfer auf, und kann sich in seiner Rolle nicht zurechtfinden. Ähnlich geht es im Stück der Gräfenberger Schüler zu, als Petra aufwacht und feststellt, dass sie in einer schwarzen Haut steckt. Nachdem sie zuerst glaubt die Farbe abwaschen zu können, muss sie zu ihrem eigenen Entsetzen feststellen, dass dies nicht möglich ist. Sie muss sich also nun mit der völlig neuen Situation abfinden und so unter ihr gewohntes Umfeld gehen. Nach dem ersten Schrecken akzeptiert sie ihre Familie, aber schon in der Schule gibt es Schwierigkeiten. Die Ausgrenzung droht ihr. Erst durch massive Einwirkung von außen, unter der Obhut der zu ihrem Schutz Befohlenen, gelingt es wenigstens ein bisschen Toleranz bei ihren Mitmenschen zu erreichen. Als sie sich damit abgefunden hat, und ins ferne Amerika aufbricht, wo sie unter Gleichfarbigen leben will, muss sie – als die schwarze Farbe zu verschwinden droht – erkennen, dass alles von vorne anfängt. Damit endet das Stück und überlässt es den Zuschauern sich das Ende selbst auszumalen. Nach der abendlichen Erstvorstellung in der Gräfenberger Mittelschulturnhalle, fanden am Tag danach noch zwei Aufführungen ausschließlich für die Schüler statt, ehe am Abend in der Christuskirche in Neunkirchen der Vorhang zum letzten Mal fiel. Sicherlich genügend Stoff zur Nachbereitung für ausführliche Diskussionen.
Rolf Riedel

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