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Ran an die Wünsche – Schüler sorgen für sich selbst – NN

30. April 2011

zungenbrecher

Schüler sorgen selbst dafür, dass ihr Alltag besser wird!

Schüler der Dr.-Theo-Schöller-Hauptschule haben sich Gedanken gemacht, wie ihr Schulalltag schöner werden könnte. Vorschläge wie Wasserspender und Schließfächer stellten sie in Form kleiner Theaterszenen vor. Die Abschlusspräsentation lockte auch Stadträte in die Schule. Die Turnhalle der Dr.-Theo-Schöller-Hauptschule ist gut gefüllt. Die Kinder und Jugendlichen sind aufgeregt, sie haben allen Grund dazu: Es geht um ihre Wünsche. Eigenverantwortlich möchten sich die Schüler an die Umsetzung ihrer Pläne machen. Von den 60 engagierten Vorschlägen wurden sechs im Schülerparlament ausgewählt, demokratisch versteht sich. Auf ihrem Wunschzettel haben die Hauptschüler einiges stehen: Die Palette reicht von einem Wasserspender über eine Graffitiwand bis hin zu Schulpartys, renovierten Räumen und einem „Cabrio-Klassenzimmer“, einem Bereich für Unterricht im Freien.


Nicht immer ernst gemeint
Acht Schüler stellen in 23 kleinen Theaterszenen ihre Ideen und auch ein paar – nicht immer ernst gemeinte- Ideen zur Umsetzung vor. Dafür brauchen sie weder Bühnenbild noch Requisiten. Gerade sind zwei Mädchen zu sehen: Die eine trägt schwer an ihrer Schultasche während die andere beschwingt an ihr vorbei läuft und stolz ihr Schließfach präsentiert. Diesen Vorschlag findet Schülersprecher Matthias aus der 9b am besten. An einer Schule mit Ganztagsangebot ist es gut, seinen Sport beutel und schwere Bücher wegschließen zu können. Noch lieber wäre dem 16-jährigen aber eine Schulfete zu seinem diesjährigen Qualiabschluss.

Die Schüler haben sich viele Gedanken über die Realisierung ihrer Forderungen gemacht: So möchten sie beispielsweise wöchentliche Sportkurse für Erwachsene anbieten, um Geld zu sammeln. Auch das Publikum ist gefordert: Der Insolvenzverwalter der Quelle könne gefragt werden, ob dort noch Schließfächer abzugeben wären, schlägt jemand vor. Ein Polizist bietet für die Idee einer Schulparty seine Hilfe an: Er möchte mit seinen Kollegen für die nötige Sicherheit sorgen. Rektorin Siglinde Schweizer will sich ebenfalls an der Durchführung beteiligen. Eine Wand der Turnhalle stellt sie bereit, damit die Jugendlichen Graffiti sprühen können. Sie formuliert außerdem eigene Wünsche. Das Jugendparlament solle aktiver werden, da „politisches Lernen gerade in der Hauptschule zu wenig stattfindet.“ Das Projekt ihrer Schule könnte ein Vorbild für andere sein und damit eine „Initialzündung“ für Parteien in der Stadt und die Jugendarbeit werden. Ihre Worte richtet sie wohl vor allem an die Damen und Herren in der ersten Reihe. Denn dort sitzen Stadträte der SPD, CDU und der Linken. Außerdem Vertreter der Industrie- und Handelskammer, des Rotary Club Nürnberg-Sigena und der Stiftung Persönlichkeit.

Auch Michael Ruß vom Jugendmigrationsdienst der Caritas ist zu Gast. Von allen wir er nur „der Pate“ genannt, denn er begleitet das Projekt an der Hauptschule und hatte die Idee dazu. Er will dafür sorgen, dass „die Wünsche der Schüler keine schillernden Seifenblasen bleiben. Vielmehr sollen sie Wirklichkeit werden.“ Er wird in Zukunft ein Auge darauf haben, dass die Umsetzung der Ideen bald geschieht. Die momentane Motivation der Schüler dürfe nicht gebremst werden. Jetzt brauche es vor allem eine schnelle Signalwirkung.
Kai Kappes (Nürnberg Extra- 26.01.2011)

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