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Projektwoche Toleranz Rassismus Demokratie

9. Oktober 2016

PetraEine Woche lang beschäftigten sich die Schüler der Grundschule Kalchreuth mit den schwierigen Themen Toleranz, Rassismus und Demokratie. Zum Abschluss der Woche wurde zu einer Präsentation eingeladen, bei der die Besucher eine Ausstellung in den Klassenräumen besuchen konnten. Die Viertklässler inszenierten „Die grüne Petra“ im Rahmen der Projektwoche zum Thema „Toleranz-Rassismus-Demokratie“.
Die 1. Klasse hatte sich mit den Definitionen von Toleranz, Rassismus und Demokratie und mit den Grundrechten beschäftigt. Auf einer Weltkarte hatten die Schüler markiert, woher verschiedene Lebensmittel und Rohstoffe kommen, ohne die wir uns ein Leben, wie wir es gewohnt sind, gar nicht vorstellen könnten. Die 2. Klasse hatte sich damit beschäftigt, welche Möglichkeiten es gibt, „Brücken zwischen mir und Dir“ zu bauen. In den Räumen der 3. Klasse hatte man die Möglichkeit, sich mit den Büchern „Als die Raben noch bunt waren“, „Die Geschichte der roten Nase und der roten Ohren“ und „Fledolin verkehrt herum“ zu beschäftigen. Das Gedicht „Kinderhände“ von Hans Baumann in den Räumen der 4. Klasse machte die Gleichartigkeit aller Menschen trotz kultureller, religiöser und äußerlicher Unterschiede deutlich: „Ein Holländerkind, ein Chinesenkind und ein Negerkind drücken beim Spielen ihre Hand in den Lehm. Nun sage mir; welche Hand ist von wem?“

„Stell Dir vor, Du wachst morgens auf und bist plötzlich grün!“ – so erging es der Protagonistin im Theaterstück „Die grüne Petra“ das die Schüler der 4. Klasse zum Abschluss der Projektwoche aufführten. Einstudiert hatte es mit ihnen der Nürnberger Kulturschaffende Jean-Francoise Drozak, der sich selbst scherzhaft als belgo-brasilianischen Bayer bezeichnete, da er in Brasilien geboren wurde, in Belgien aufwuchs und nun im bayerischen Nürnberg lebt. Immer wieder wurden dabei die Szene „eingefroren“ und der Regisseur stellte die Zuschauer vor die Entscheidung: „Was soll Petra jetzt tun?“. Die Zuschauer mussten sich also in die Protagonistin hineinversetzen und für sie Entscheidungen treffen – natürlich dem Thema der Projetwoche entsprechend demokratisch. Soll sie den diskriminierenden Spott und die handgreifliche Übergriffe der Mitschüler tatenlos über sich ergehen lassen, oder soll sie sich wehren? Soll sie wieder auf die Schwester zugehen, die sie auf dem Pausenhof im Stich gelassen hat, um dem Spott der Mitschüler zu entgehen? Oder soll sie warten, bis die Schwester das tut? Soll sie überhaupt grün in die Schule gehen, oder lieber zum Arzt? Oder soll sie aus der Situation flüchten, indem sie ein Jahr Schüleraustausch auf dem Mars macht (wir befinden uns im Jahr 2050!) – unter „Gleichfarbigen“? Die Figur der grünen Petra lud zu einem Perspektivenwechsel ein, der die Empathie und Toleranz gegenüber „Fremden“ oder „Anderen“ fördert – ohne fertige Antworten geben zu wollen. Mit dieser Projektwoche ist das den Kalchreuther Grundschülern wunderbar gelungen!

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