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Pop, Poetry und bunte Zelt-WG – NN 15.7

1. Mai 2014

Kunstrasenfestival 1

Das 7. Kunstrasen-Festival zeigte sich international und musikalisch vielseitig

Musik, Kunst, Religion und mehr gab es am vergangenen Wochenende bei der mittlerweile siebten Auflage des „Kunstrasenfestivals“. Als Veranstalter fungierten die Kulturlocations „LUX-Box“, „Treppenhauslounge“ und „Nordkurve“, die zu den Trägern CVJM, der Jugendorgansisationen der evangelischen und der katholischen Kirche und des „Kunstdüngers“ gehören.


Soziale Netzwerke sind nicht selten Garanten für böse Überraschungen. Da fährt man hunderte von Kilometern, um seine neue Facebook-Flamme zu besuchen. Doch die Tür öffnet: Ihr Freund! „Lauwarm“ nennt sich das Stück der Kölner Band Captain Disko. Die sollen eigentlich Indie-Pop spielen, doch die Musik entpuppte sich als Fun-Punk. Deshalb wurde vor der Bühne im westlichen Pegnitzgrund auch Pogo getanzt, natürlich auf einem Teppich aus Kunstrasen. Captain Disko ist eine von rund 200 Bands, die sich für einen Auftritt bewarben.

Veranstalter Michael Götz vom CVJM war mit dem Besuch des Festivals sehr zufrieden „Pro Konzert kamen zwischen 100 und 1000 Besucher. Besonders glücklich wären wir, wenn wir am Ende keinen Verlust machen“, erklärte Götz.

Mit dem am gleichen Platz stattfindenden „Brückenfestival“ wolle und könne man sich nicht vergleichen. „Unser Programm geht mehr in Richtung Singer und Songwriter. Außerdem gibt es flankierend Theater, argentinische Salonmusik, Klänge der chinesischen Zither und Gospel-Chöre.“

Nett der Auftritt des putzigen Duos Nick & June. Lässiger Pop und leicht melancholische Folkmusik. Ein lokaler Act, den man sich merken kann. Als Publikumsmagnet entpuppte sich am Freitag Abend Cous-Cous aus Dresden. „Paper Tiger“ heißt deren Szene-Hit. Perfekt unter freiem Himmel bei Sommerwetter auf einer Picknickdecke und mit einer Bratwurstsemmel in der Hand zu genießen.

Ebenfalls gefeiert: Die Münchner Gruppe blek le roc. Die klassische Pop-Band trat immerhin schon im Vorprogramm von Veteranen wie Status Quo oder Manfred Mann’s Earth Band auf. Im Kleinkunstzelt fand flankierend ein Poetry Slam mit Michael Jakob statt. Spötter sprechen da von einem „Musikantenstadl für Studenten“. Ihre Anhänger hat die literarische Kunstform dennoch — und schon etliche Autoren-Talente hervorgebracht.

Wer es beim Festival abenteuerlich möchte, der steigt aufs Wakeboard, eine Version von Wasserski. Normalerweise wird die dafür nötige Welle von Motorbooten erzeugt. Auf der Pegnitz musste eine Elektrowinde genügen.

Schirmherr des „7. Kunstrasenfestivals“ war Marcus Bosch, Generalmusikdirektor des Staatstheaters und der Philharmonie Nürnberg. Unter dessen Regie lief am Sonntag ein Gottesdienst zum Thema „Love and Peace or Else“. Festival hin oder her, für Michael Götz war der dreitägige Aufbau das eigentliche Highlight. Mehr als 50 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter gestalteten das Festival und wohnten zusammen in einer provisorischen Zeltstadt. Und das Campen hatte auch eine internationale Komponente: Durch den Kontakt des CVJM am Kornmarkt zum YMCA Hong-Kong und YMCA Guangzhau kamen 20 Chinesen nach Nürnberg. „Die bauten mit auf und hatten viel Spass in unserer „WG auf Zeit““, unterstreicht Götz.

THOMAS SUSEMIHL

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