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Pleitegeier – Schauspiel räumt auf – Nordkurier

22. Mai 2012

templin

Die Schulbank tauschen Schüler der siebenten Klasse an der Oberschule Templin mit der Bühne. Mit dem Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak studieren sie ein Stück ein.  Mit der Aufführung des Stückes „Pleitegeier“ ging an der Oberschule Templin eine Woche Theaterarbeit zu Ende. Mit der Aufführung des Stückes „Pleitegeier“ ging an der Oberschule Templin eine Woche intensiver Probenarbeit für ein Theaterstück zu Ende. Zum vierten Mal bereits verlegten Jugendliche der Schule den Unterricht vom Klassenraum auf die Bühne. Ermöglicht wird es unter anderem durch die Unterstützung der „Initiative Oberschule“ des brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Jürgen Pagel, stellvertretende Schulleiter, ist froh, dass die Schule das Theaterprojekt anbieten kann. Mit Jean-Francois Drozak hatte sich die Einrichtung einen erfahrenen Sozial- und Theaterpädagogen an die Seite geholt. Er unterstützt bereits viele solcher Projekte mit großem Engagement. Dabei unterbreitet Drozak Vorschläge für Themen von denen sich die Schule jedes Jahr eines aussucht.


Als Schauspieler agierten in diesem Jahr Schüler der 7. Klasse, die mit Ehrgeiz und Selbstbewusstsein an die Arbeit gingen. Eine ganze Schulwoche lang probten sie gemeinsam mit Jean-Francois Drozak das diesjährige Stück ein.

Das diesjährige Theaterstück hieß „Pleitegeier“ und handelte vom Menschen, die von Hartz IV leben müssen. Die Handlung zeigte, wie die Leute mit solchen Menschen umgehen, die auf diese staatliche Unterstützung angewiesen sind. So wurde das Publikum auch mit geringschätzigen Meinungen über Hartz IV-Empfänger konfrontiert. Den Zuschauern wird darüber hinaus ein Gefühl davon vermittelt, was es heißt, sich das Geld genaustens auf den Monat aufzuteilen. Die Hauptfigur, gespielt von Charlotte Schmidt, zeigte ein Mädchen, dessen alleinerziehende Mutter Abeitslosengeld II erhält. Drozak sah indes das Publikum nicht nur in der passiven Zuschauerrolle. Es konnte mit den Schauspielern agieren. So erklärte der Theaterpädagoge zu Beginn der Aufführung, dass dem Mädchen eine gewisse Menge Geld im Monat zur Verfügung steht. Jedes Mal, wenn zur Wahl stand, etwas zu kaufen, entschieden die Zuschauer für das Mädchen.

Nach der Aufführung betonte Jean-FrancoisDrozak, dass er die Verachtung, die in dem Stück thematisiert wird, auf diese Weise an der Oberschule Templin nicht festgestellt hatte. Schüler werden dort akzeptiert, wie sie sind. Dies sei nicht überall so, schätzte er ein. Die Arbeit mit den engagierten Jugendlichen macht ihm jedes Jahr aufs Neue großen Spaß.

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