& Der BarfreitagNordkurve - Aktuell
Plagiat in der Nordkurve

9. April 2011

tati

Zeichnungen, strichfest und fadenscheinig
Vernissage am 15.4. ab 20 Uhr
Weitere Infos zeitnah: www.barfreitag.de


„Kannst Du mein Bild nachnähen?“, fragt er. „Kannst Du meine Arbeiten nachzeichnen?“, fragt sie zurück. Monsieur Tati würde sich im Sarg umdrehen. Ricarda Schreistetter und Christoph Kolodziejski betrügen in ihrer Performance nach Stich und Faden. Am 15.4. zieht sie in der Nordkurve die Fäden und er macht Abstriche. Sie benutzen dabei handelsübliche Projektoren, Maschinen und Federn. Beide Künstler nutzen unterschiedliche Verfahren, doch wirken ihre Werke im Ergebnis verblüffend ähnlich. Sie sind filigran und  intuitiv. Kolodziejskis Arbeiten sind Momentaufnahmen, oder Ergebnis architektonischer Genauigkeit. Schreistetter spinnt Sujets mit Fäden, und zeigt somit weitere Möglichkeiten der Illustration.


Verflixt und zugenäht.  Ricarda Schreistetters Arbeiten sind eine Kombination aus illustrativer Grafik und Textildesign. Zu sehen sind Bilder aus der Arbeitsreihe „Herz sticht – eine textile Annäherung an die Liebe“, sowie Bilder aus der Reihe „SEW“. Auf humorvolle Weise illustriert Ricarda Schreistetter Sprichwörter aus dem Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen, sowie Begriffe rund um das Wort „SEW“ mit Nadel und Faden, ebenso detailverliebt wie anarchisch wild.
Die Designerin Ricarda Schreistetter arbeitet als Illustratorin, Grafikerin und Künstlerin in Nürnberg. Nach ihrem Kommunikationsdesign-Studium an der Georg-Simon-Ohm Hochschule beschäftigt sie sich nun hauptsächlich mit Stoff und Faden als Medium für ihre Kreationen.

Stichfest.  – Christoph Kolodziejskis Zeichnungen belustigen den Betrachter. Sie bieten Gelegenheit, sich in kleinen Details zu verlieren.  Reinlich weißes Papier ist mit Tuschestrichen durchzogen, gleichwohl willkürlich und vollkommen durchdacht. Abstrakte Momentaufnahmen, die nicht zu Ende erzählt werden. Scheinbar vertrautes Präsentieren, bieten gleichzeitig Platz für gedankliche Ergänzungen.
Christoph Kolodziejski ist gebürtiger Breslauer, aus Überzeugung  Wahlnürnberger, zeitweise Krakauer dann Warschauer, studierter Architekt, leidenschaftlicher Segler, gelegentlicher Tuschezeichner, Mittäter im ehemaligen, legänderen Allersberger-Atelier, stressfreier Lebensgenießer, unverbesserlicher Spaßvogel, hoffnungsloser Optimist, ein Guter eben.

Der Ausstellungsort „Barfreitag in der Nordkurve“ – www.barfreitag.de

Eigentlich ist die „Nordkurve“ das Projektbüro des Theatermachers Jean-Francois Drozak und der Architektin Johanna Zwinscher. Aufgrund vieler Engagements wird es kaum genutzt. Daher bietet Drozak die Nordkurve zur Realisierung interessanter und übersichtlicher Kulturevents an. Der „Barfreitag“ ist eine tolle Idee. 10 Freunde wechseln sich ab und spielen für Bekannte und Aussenstehende „Wirt für einen Abend“. Der Raum ist leer und wird jeden Abend neu gestaltet.  Im Rahmen des Barfreitags werden alle zwei Monate auch Ausstellungen stattfinden.

Der Barfreitag ist, wie der Name schon sagt, eine Bar die Freitagabends geöffnet hat. Mehrmals im Jahr bekommen bekannte und weniger bekannte Künstler die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. So können sie ihre Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen und bei einem entspannten Glas Wein mit Interessierten ins Gespräch kommen. Die Bar versteht sich als non-profit  Plattform, die Künstlern die Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren und auszuprobieren. Menschen sollen dazu bewegt werden, in ungezwungenem Rahmen neue Ausdrucksformen zu finden und sie einem Publikum zu präsentieren. Der Barbetrieb läuft auf Spendenbasis und jeder darf soviel geben, wie ihm der Abend wert ist.  

Der Barfreitag in der Nordkurve
Rothenburger Straße 51
90443 Nürnberg
Öffnungszeiten: Freitags 20.00 – 00.00 Uhr

Johanna Zwinscher
Dipl. ing. Architektin

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