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NPD übt sich in Theaterkritiken

22. März 2010

schafe

 

Unsere Schlechteste Theaterkritikerin auf der offiziellen Seite der NPD / 2010:

 

Schmierenkomödie am Ernestinum

 

Nach dem großen Skandal um die Alkoholfahrt von EKD-Chefin Margot Käßmann und den zahllosen jüngst bekannt gewordenen Fällen von Kindesmißbrauch durch katholische Geistliche haben die christlichen Kirchen offenbar wieder einmal nichts Besseres zu tun, als den moralischen Zeigefinger gegen Andere zu erheben.
So wurde gestern am Coburger Gymnasium Ernestinum unter Federführung der katholischen Kirche ein skurriles Theaterstück gegen Rechts aufgeführt. Durch diese Wanderzirkusvorstellung möchte das Ernestinum seiner im letzten Jahr erworbenen Auszeichnung “Schule ohne Rassismus” gerecht werden, welche seit 1995 vom steuerfinanzierten Multikulti-Verein Aktion Courage e.V. an politisch besonders korrekt ausgerichtete Bildungseinrichtungen verliehen wird.

Vor der “subtilen” Mitgliederwerbung der Rechten gerade durch kostenlos verteilte Schulhof-CDs müsse man die Jugendlichen unbedingt warnen, erklärt Zeremonienmeister Jean-François Drozak dem versammelten Publikum. Dann geht es auch schon los mit dem Theater, genauer gesagt mit der Schmierenkomödie: Drei Schulkameraden werden während der großen Pause von einem Unbekannten angesprochen und bekommen eine geheimnisvolle CD geschenkt. Anschließend gleich ab in den rechten “Jugendclub”, wo es Freibier gibt und man das Boxen lernen kann. Dort wird einem dann auch der Hitlergruß und das Parolenschreien beigebracht. Als Erkennungszeichen erhält man SS-Runen auf die Brust geritzt. Was fehlt da noch zum perfekten Klischee? Genau. Der obligatorische Baseballschläger ist natürlich auch mit von der Partie – genauso wie allerlei Hakenkreuze und die unvermeidliche “Geheimzahl” 88, die dem ganzen Stück dann auch seinen Namen gibt. Nach einer knappen Stunde ist es damit aber schon wieder vorbei, nachdem lautes Kirchenglockengeläut vom Tonband das Parolengegröle übertönt und die jugendlichen Schreihälse sich daraufhin nach und nach verdrücken. Applaus.

Anspielungen auf die NPD kommen in “acht.acht.” reihenweise vor, eine direkte Nennung des Parteinamens erfolgt jedoch bewußt nicht. Kein Wunder, denn die Darstellung ist äußerst tendenziös und entspricht bis auf tatsächliche CD-Verteilungen nicht einmal ansatzweise der Wirklichkeit. Man kann daher getrost davon ausgehen, daß die Macher selbst ganz genau wissen, was sie da in Wahrheit fabriziert haben – nämlich: nichts weiter als billige Hetze! Leid tun können einem am Ende eigentlich nur die mitwirkenden Schüler, die irgendwann laut neuesten Studien zu einem großen Teil nicht ausbildungsfähig sein werden. Aber was soll’s? Selbst dann kann man ja immer noch “Theaterpädagoge” werden wie ein Herr Drozak.

 

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