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Neue Heimat für alle kreativen Selbermacher – NN

25. September 2014

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Das ehrenamtliche Projekt „Walfisch“ bietet eine Verkaufs- Plattform und will helfen, Netzwerke zu knüpfen.

„Für Selbermacher ist es irre schwierig, eigene Sachen zu verkaufen, ohne dabei pleite zu gehen.“ Aus diesem Grund hat sich ein Quartett um die Studentinnen Barbara Zinecker und Charlotte Grunow auf die Suche nach einem gemeinsamen Verkaufs- Atelier gemacht – und ist an altbekannter Stelle fündig geworden: Das Projekt „Walfisch“ bezieht für ein Jahr Quartier in der „Nordkurve“, am Samstag wird Eröffnung gefeiert.


Die „Nordkurve“ macht für ein Jahr Schaffenspause. Doch während sich an der einen Stelle erholt wird, geht’s an der anderen umso fleißiger ans Werk. Es wird gestaltet, genäht, gebacken und gequatscht – um „zu zeigen, dass es möglich ist, gemeinsam etwas Cooles zu machen, ohne dafür viel Geld zu benötigen“, so die beiden Initiatorinnen.

Das Konzept ist so einleuchtend wie ansprechend: Selbermacher, Künstler, Bastler – jeder kann sich im Walfisch um eine Präsentations – und Verkaufsfläche bewerben. Mindestens ein halber Meter Regal oder irgendeine andere Fläche. Lampen an die Decke Beispielweise. Soweit, so ungewöhnlich. 25 Euro pro Monat ist der Grundpreis. Jedoch: „Dieser Betrag wird gestaffelt, je nachdem, wie viel man sich in den Laden selbst mit einbringt.“

Wer also ein paar Stunden erübrigen kann, um zu verkaufen, zu beraten und Kaffee zu kochen oder Workshops anbietet, kann die Miete sozusagen auf 15 Euro abarbeiten – „denn schließlich müssen wir hier auch heizen“, sagen die beiden Studentinnen. Immer samstags öffnet sich der Walfisch-Schlund, dann heißt es „Segel setzen!“ und hinein ins weite Meer des DIY (do it yourself).

Monatlich gibt es einen Thementisch, auf dem alle Aussteller vertreten sind. Aktuell wird es das „Seemannsgarn“ sein, das die Selbermacher spinnen dürfen. Winzige Meerjungfrauen in ebenso winzige Flaschen warten als Kettenanhänger und Miniatur-Fischbrötchen als Ohrringe, Armschmuck mit Ankern, Matrosenhüte und maritim gestaltete Notizbücher. Maximal zwei Monate können die Flächen in Anspruch genommen werden, „um einen guten kreativen Austausch“ zu gewährleisten: „So bleibt es für die Kunden immer spannend.“

Neben dem Reiz, immer wieder etwas Neues entdecken zu können, stehen eine entspannte Atmosphäre und der Dialog im Vordergrund. Bei Kaffee, Kuchen und Softdrinks sollen „das Miteinander und ein kreatives Zusammenkommen im Mittelpunkt stehen. „Damit kennt sich Charlotte Grunow aus – schließlich organisiert sie seit geraumer Zeit den DIY-Basar „Oskar selbstgemacht“. Der dazugehörige Stammtisch für „jeden kreativen Selbermacher“ soll künftig ebenso im Walfisch stattfinden wie regelmäßige Workshops: Mit „Wie nutze ich Social Media?“ oder „Pimp your online store“ wollen die Walfische „Möglichkeiten an die Hand geben, auch nach der Zusammenarbeit noch von  unserem Konzept zu profitieren.“

Weitere Unterschiede zu ähnlichen, bisher gängigen Läden: Alle Aussteller bestimmen den Preis ihrer Produkte selbst: „Sagst du, ein Produkt kostet zehn Euro, dann kostet es zehn Euro.“ Provision? Keine. Die ehrenamtlichen Organisatoren – neben Zinecker und Grunow die Künstler Cris Benkert und Odour Odessa – sehen sich lediglich als Verwalter. Also los: anheuern!

Katharina Wasmeier

 

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