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Muteba macht als Geschäftsmann Pause – 9.6. – NZ

25. Juli 2013

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Folgender Beitrag entstammt der Feder von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Unterstützt wurden sie von Redakteuren der Nürnberger Zeitung:

Ohne Unterstützung der Familie geht es nicht –

Zehn Jahre lang hat Jean-Pierre Muteba sein eigenes Geschäft in der Regensburger Straße geführt. Zuerst nur ein Übersetzungsbüro, dann – aufgrund der großen Nachfrage – einen afrikanischen Lebensmittelladen und später eine Gaststätte. Doch auf die Dauer wurde es ihm zu viel. 2011 hat Muteba seinen Laden geschlossen.

NZ: Warum gibt es Ihre Gaststätte heute nicht mehr, Herr Muteba?

Muteba: Ich war familiär überfordert und durch meinen Nebenjob als Dolmetscher auch viel unterwegs. Nachdem mein Bruder weggezogen war, hatte ich keine richtige Vertretung mehr. Kein Angestellter war bereit, so viel zu arbeiten wie er. Zweimal wollte ich meinen Laden schon schließen, aber die Kunden haben mich immer gebeten weiterzumachen. Letztendlich habe ich 2011 wegen meiner zwei Kinder aufgehört, mit ihnen hatte ich viel Stress während ihrer Pubertät. Den Plan, irgendwann wieder eine Gaststätte aufzumachen, habe ich aber immer noch.

NZ: Wie sind Sie mit dem Ende des eigenen Betriebes umgegangen?

Muteba: Es war, als wäre ein Teil von mir weg. Nicht nur für mich selbst war die Zeit schwer, sondern auch für meine Familie. Meine Frau wollte zwar immer, dass wir schließen. Aber als es so weit war, hat sie ihre Meinung geändert: Dann hat auch sie gesagt, dass der Laden etwas war, was wir gebraucht haben.

NZ: Wie haben Sie den Neuanfang geschafft?

Muteba: Nachdem die Gaststätte geschlossen war, habe ich mit einem meiner Brüder geredet, der bereit gewesen wäre, mit mir eine neue Gaststätte zu eröffnen. Mittlerweile habe ich aber zu viele Beschäftigungen, die ich nicht aufgeben kann. Jeden Mittwoch betreue ich zum Beispiel die „Afro-Jugend“ in einem Jugendzentrum. Zu dem Treffen kommen inzwischen sogar mehr türkische als afrikanische Jugendliche. Denen gefällt das immer so sehr, dass ich es nicht ausfallen lassen kann und will.

Fragen: Sabit Karademir und Laukhiesan Uthayaman

 

 

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