& PressespiegelNordkurve - Aktuell
Miteinander, nie gegeneinander

6. Juni 2016

2015_Kunstrasenfestival_Teaser_1Weit über einhundert Ehrenamtliche stemmen das achte Kunstrasen-Festival, das von 17. bis 19. Juli 15 unter der Theodor-Heuss-Brücke stattfindet. Dabei gibt’s Musik, Kunst, Lesungen – und gar  nicht so viele Imbiss-Stände, wie manch einer vielleicht erwarten mag…


Mit den Festivals ist das so eine Sache. Stellt man eins auf die Beine und macht das auch noch ziemlich ordentlich, kommen bei der zweiten Ausgabe schon deutlich mehr Menschen, bei der dritten noch mehr und bei der vierten… Man denke nur ans Brückenfestival.

An selber Stelle, auf den Pegnitzwiesen unter der Theodor-Heuss-Brücke steigt auch das Kunstrasen-Festival.

Ebenfalls komplett ehrenamtlich organisiert, ebenfalls kostenlos für die Besucher. „Wenn Festivals zu sehr wachsen, geht viel verloren“, sagt Jean-Francois Drozak, sozusagen der „Vater der Veranstaltung, die im Jahr 2002 als eintägiges Fest mit rund 300 Besuchern erstmals über die Bühne ging.

Heute sind der CVJM, die Evangelische Jugend und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend mit im Boot, und das Programm ist auf drei Tage angewachsen, an denen rund 3000 Besucher kommen. Trotzdem: „Wir wollen klein, aber fein bleiben“, stellt Drozak klar, der in Nürnberg als Macher des Kunst-und Kommunkations – Showrooms „Nordkurve“ bekannt ist. Das Kunstrasen-Festival findet nur alle zwei Jahre statt – und man  wird dort nicht Fressbude neben Fressbude finden, im Gegenteil. Es gibt genau einen Imbisswagen. Dort bekommt man Herzhaftes vom Grill, aber auch belgische Waffeln und Getränke, allerdings bewusst keine harten Alkoholika. „Wir wollen und müssen kein Geld verdienen, daher brauchen wir auch keine Sponsoren“ sagt Drozak. Der Aufwand ist natürlich trotzdem enorm, allein im Leitungsteam sind 30 Ehrenamtliche, dazu kommen über 100 weitere Freiwillige, die sich teils extra Urlaub nehmen. „Wir engagieren uns, weil es einfach Spaß macht“, sagt Drozak.

Zwei Bühnen
Spaß machen soll natürlich auch das Programm auf und um die zwei Bühnen. Da gibt es jede Menge Musik, mit dem Singer/Songwriter Stefan Beranek zum Beispiel, der Folk-Pop-Band Schleuse, dem Akustik-Pop-Trio The Rose & Crown und einigen musikalischen Gästen mehr. Improtheater  mit „Volle Möhre“, Lesungen  mit Anja Zeltner, Gewinnerin des Literaturpreises der Nürnberger Kulturläden 2010, und Lara Sielmann, Siegerin des diesjährigen Wettbewerbs. Außerdem steht ein interkulturelles Theaterstück an, das junge Flüchtlinge  erarbeitet haben („Komm!unication“). Im Programm finden sich auch Auftritte vom Lux-Gospelchor und einem interkulturellen Chor des CVJM.

Genau das will das Kunstrasen-Festival sein: ein Bindeglied zwischen Menschen, die in der Stadt  leben. „Nürnberg ist bayernweit  einmalig, was die soziokulturelle Szene angeht“, besinnt sich Jean-Francois Drozak auf das Erbe des ehemaligen Kulturreferenten Hermann Glaser, „Wir machen Kultur miteinander, nicht gegeneinander“.

Auch deshalb wurde wieder ein KunstCamp organisiert, das Künstler  aus aller Welt bereits am Montag bezogen haben. Sie helfen beim Aufbau und bekommen eine Plattform für ihre Arbeiten. Teil des Festivals sind auch ein Sommer-Camp für Jugendliche sowie das „Asylland“ aus Überseecontainern, in denen Künstler und Flüchtlinge ihre Kunst präsentieren können. So entsteht eine Nachbarschaft auf Zeit. Apropos: Die NZ.Kiezredaktion ist bereits am Donnerstag, 16 Juli, um 19 Uhr auf dem Gelände zu Gast und widmet sich dem Thema „gelebte Nachbarschaft“.

Ausklingen wird das Festival am Sonntag um 10.30 Uhr mit einem interaktiven Kunst-Gottesdienst.

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