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Mehrgenerationenhaus – Selbstbestimmt Altern – LZ

23. März 2015

MGH

Rita Funk arbeitet im Lemgoer Mehrgenerationenhaus und genießt den respektvollen Umgang.

Die Krankenschwester und Sozialarbeiterin Rita Funk arbeitet als Honorarkraft im Begegnungscafé des Lemgoer Mehrgenerationenhauses. Im Interview spricht die 28-Jährig über ihre Arbeit und Erfahrungen.

Lemgo. Stricknachmittage, Kochkurse oder Kaffeeklatsch samt Kuchen gehören im Begegnungscafé des Lemgoer Mehrgenerationenhauses seit vielen Jahren zum Alltag. Hier treffen sich junge und alte Menschen aus vielen Ländern und verbringen nicht nur ihre Freizeit miteinander, sondern tauschen Lebenserfahrung aus.

Frau Funk, warum sollen Jugendliche ins Mehrgenerationenhaus kommen?

FUNK: Weil wir viel zu bieten haben – darunter Stricknachmittage mit Kaffee und Kuchen, einen internationalen Frauentreff und sogar einen Jamaika-Abend. Zudem merken junge Menschen hier, dass man mit Älteren viel Spaß haben kann.

Klingt gut. . .

FUNK: Es wird echt gut angenommen. Bei dem Jamaika-Abend haben wir zusammen gekocht und die Jugendlichen haben ihre Gitarren rausgeholt und Musik gemacht. Dabei entsteht ein herzliches Miteinander.

Also Jung und Alt gemeinsam – was können die Senioren von den Teens lernen?

FUNK: Die Älteren fühlen sich wertgeschätzt, weil die Jüngeren sie in ihren Alltag mitnehmen. Das hält jung und die Senioren stehen den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite. Und was hat das mit „selbstbestimmt altern“ zu tun?

FUNK: Die Senioren entscheiden sich freiwillig für den Gedankenaustausch mit den Jugendlichen und profitieren davon. Unter dem Begriff „selbstbestimmt altern“ verstehe ich, dass die Älteren, ihren Alltag selbst bestimmen und etwas machen was ihnen Spaßmacht, Verantwortung übernehmen und sich dadurch ihre Lebensqualität erhöht.

Wurde das Haus vor dem Hintergrund dieser Idee gegründet?

FUNK: Kannmanso sagen, denn die St. Pauli Gemeinde wollte einen Ort anbieten, an dem sich Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft treffen, engagieren, voneinander lernen und Gemeinschaftsgefühl erleben.

Und erleben sie dieses Gefühl auch – wie kamen Sie eigentlich zu dem Job hier?

FUNK(LACHT): Auf jeden Fall! Aber ich glaube es war mein Glauben an Gott, der mich in dieses Haus führte. Eine Freundin hatte mir von der freien Stelle erzählt und als ich dann hier war, hatte ich das Gefühl, dass es das Richtige für mich ist.

Was hat Ihnen gefallen?

FUNK: Ich mag es, wie die unterschiedlichen Menschen hier miteinander umgehen. Die Zeit mit den Leuten ist wertvoll und auch lustig. Hier kommen alle miteinander klar, schließen Freundschaften und es entsteht so eine Art Großeltern-Enkelkind-Beziehung.

Gibt es denn auch mal Probleme?

FUNK: Wenn mal Missverständnisse auftreten, werden sie sofort gelöst. Doch richtige Konflikte habe ich nie erlebt – wir sind wie eine Familie.

INFO
Das Mehrgenerationenhaus, gegründet von der St. Pauli Gemeinde Lemgo, existiert seit 2007. Rita Funk arbeitet dort seit einem Jahr. Im Durchschnitt besuchen zehn Menschen das Begegnungscafé. Jeder kann kommen, unabhängig von Alter und Herkunft, und einfach nette Menschen treffen. Weitere Infos unter der Tel.: 05261/9204608 oder im Internet unter www.mgh.stpauli-lemgo.de.

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