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Manatihaus – NN

19. April 2017

BilderJean-5725Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak macht jede Woche mit Sohn Jaron ein Picknick hoch

Wohin Herr Drozak?
Jeder hat Dinge, die er in seiner freien Zeit am liebsten tut. Das kann der Ausflug in die Fränkische sein, das Angeln am Alten Kanal oder der Ausritt mit dem Mountainbike. „Wohin in Nordbayern“ lässt Menschen von ihren geliebten Ritualen erzählen. Den Anfang macht der Nürnberger Theatermacher Jean-Francois Drozak.

Einmal in der Woche muss er hierher kommen, die wollige Picknickdecke ausbreiten, das namenlose Stoffkrokodil daraufsetzen und in eine Butterbreze beißen: Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak, Sohn einer Brasilianerin und eines Belgiers mit polnischen Wurzeln, braucht diese halbe Stunde in der subtropischen Wärme des Manatihauses im Nürnberger Tiergarten.


Fürs Wohlbefinden, um beim Blick in das „flashige Grün“ der Schlingpflanzen die Seele baumeln zu lassen. Mit dabei ist immer sein dreijähriger Sohn Jaron. Drozak wuchs in Sao Paulo auf, zog mit sechs Jahren nach Brüssel, mit zehn nach München und lebt seit 20 jahren in Nürnberger. Hier ist er mit der Agentur für Kulturdesign bekanntgeworden, in der Nordkurve, einer Location in der Rothenburger Straße, schuf er ein „Laboratorium“ rund um Kunst und Kommunikation. Feiern darf hier jeder nach seiner Fasson.

Projekte am Schulen
An Schulen im ganzen Land macht Drozak Projekte zur Suchtprävention oder er führt Schüler mit Theatermitteln an soziale Berufe heran. In neun Wochen durch acht Schulen zu touren, ist für den 41-Jährigen nichts Besonderes. Dann schläft er im Wohnwagen und muss auf seine Ausflüge ins Manatihaus verzichten.

Wenn er dann aber wieder den roten Bollerwagen vor dem Nürnberger Tiergarten aus dem Auto lädt , das grüne Krokodil hineinpackt und Söhnchen Jaron danebensetzt, kommen bereits die Erinnerungen an seine Reisen nach Brasilien zurück. „Meine Frau und ich gönnen uns alle sieben Jahre ein Sabbatjahr.“  Dann wird gereist, zum Beispiel an den Amazonas. Wir haben dort eine vierwöchige Flussfahrt gemacht. Aber sogar bei den  Expeditionen ist man nie richtig in den Dschungel gekommen.“

Adrette Hütten am Flussufer standen dort nur für die Touristen und erinnerten ihn eher an eine Theaterkulisse als an ungebändigte Natur. „So viel anders ist es im Manatihaus auch nicht, aber die Anfahrt ist kürzer“, lacht Drozak und gibt seinem Sohn einen Schluck aus der Apfelsaftflasche. Tatsächlich soll sich jeder Besucher des im Jahr 2011 eröffneten Manatihauses wie im Überschwemmungsgebiet des Amazonas fühlen. Mit Fröschen, die unter den subtropischen quaken, und Blattschneiderameisen, die über Äste marschieren.

Drozak und sein Sohn sitzen immer oben auf der Plattform, die man über ein paar Stufen erreicht. „Unten rennen die Leute wie in der Fußgängerzone durch, hier oben ist es ruhig“, sagt Drozak. Unter ihnen ziehen Seekühe ihre Kreise. Eine Tierpflegerin verteilt als Futter für die Pflanzenfresser Salatköpfe auf dem Wasser. Oben im   Baumhaus fliegen Schmetterlinge mit blauen Flügeln so nahe vorüber, dass sie fast das Gesicht berühren.

Nach der halben Stunde im künstlichen Dschungel ziehen die beiden weiter. Zu den Delfinen oder zum Spielplatz. Dort findet es Jaron spannender, als still auf der Picknickdecke zu hocken. „Das macht er nur für mich“, sagt Drozak stolz.

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