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Leserbrief an die NZ

6. Januar 2011

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Sehr geehrte Damen und Herren,
ich danke Ihnen für die Berichterstattung des Theaterstücks acht.acht..Pädagogisches Theater hat zum Ziel, junge Menschen für wichtige Themen unserer Gesellschaft zu gewinnen. Es ist Absicht und moralischer Anspruch des BDKJ, mit dem Stück acht.acht den Wert einer gelebten Demokratie und die Gefahr des Rechtsextremismus offen und deutlich zu artikulieren. Pädagogisches Theater ist in erster Linie Mittel zum Zweck, nicht Kunst.

Die Dramaturgie der Produktion acht.acht ist wie in Ihrem Artikel  richtig beschrieben einfach gestrickt. Als Regisseur hätte ich mir eine komplexere Story gewünscht. Der Inszenierungsauftrag war jedoch, die Realität innerhalb der rechten Jugendszene abzubilden. Junge Menschen werden von Rechtsextremen mit eben diesen im Stück gezeigten einfachen Mitteln angeworben.Das junge Ensemble äußerte nach der Premiere Bedenken, dass vereinzelte Jugendliche im Publikum das Theaterstück nicht ernst nehmen könnten. Diese Befürchtung kommt nicht daher, weil das Stück nicht eingängig ist. Vielmehr spiegelt es den hohen Anspruch der DarstellerInnen wieder, jeden ihrer MitschülerInnen für das brisante Thema zu sensibilisieren. Das Theaterstück wurde am darauffolgenden Tag vor 300 SchülerInnen gespielt. Bei wenigen der im Publikum sitzenden Schüler, bestätigte sich die Einschätzung der SchauspielerInnen. Der BDKJ stellt allerdings den Lehrkräften eine umfassende Begleitbroschüre zur Verfügung. Das Theaterstück wird im Unterricht vor- und nachbereitet. Das Theaterstück wurde nur vor Jugendlichen ab der siebten Klasse gespielt. Wir stimmen mit der Einschätzung Ihrer Redaktion gleichermaßen überein, dass dieses Stück für Sechstklässler eine Überforderung wäre.Weihbischof Ulrich Boom ließ vor einigen Jahren in der Stadt Miltenberg, während einer Kundgebung Rechtsextremer die Glocken seiner Kirche läuten. Die Kundgebung musste aufgrund des Lärms abgebrochen werden. Das Glockengeläute wird im Theaterstück aufgegriffen, weil dieser Akt der Zivilcourage vorbildhaft ist. Diese Einschätzung teilt der BDKJ mit dem Bamberger  Erzbischof Ludwig Schick, der für die Kampagne acht.acht die Schirmherrschaft übernimmt. Die Inszenierung in Nürnberg wurde vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg und dem Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly unterstützt.  Zu erwähnen wäre noch, dass bei der Premiere Arno Hamburger anwesend war. Er lobte die Theateraufführung und appellierte an das nachhaltige Engagement der Jugendlichen in ihrem Alltag.

Jean-Francois Drozak
Regisseur der Theaterproduktion acht.acht für den BDKJ-Nürnberg

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