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Bayerische Jugendliche und die Willkommenskultur

5. Dezember 2016

poing1Über 40 Jugendliche ohne Fluchterfahrung  nahmen freiwillig und interessiert an eine Informationsveranstaltung in Poing teil. 16 dieser Jugendlichen haben sich bereit erklärt, für mindestens ein Jahr einen Teil ihrer Freizeit aufzuwenden, um Menschen mit Fluchterfahrung zu begegnen. Interessanterweise hatten viele dieser interessierten Jugendlichen bereits Kontakt mit Menschen mit Fluchterfahrung, weil ihre Eltern aktiv in Helferkreisen tätig sind, oder waren. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Akzeptanz und der Bereitschaft des Engagements im Sinne einer Willkommenskultur bei Jugendlichen, wenn sie Vorbilder haben. In Poing scheint dies gegeben zu sein.

4 Jugendliche mit Fluchterfahrung konnten wir bereits für das Projekt gewinnen. Sie leben im Landkreisin einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Jugendlichen aus Markt-Schwaben aus den Ü-Klassen sind hingegen zögerlich, weil sie auf keinem Fall Schulunterricht verpassen wollen. Eigentlich eine positive Nachricht. Da soll noch jemand sagen, diese Zielgruppe sei grundsätzlich nicht „integrationswillig“. Nein, ganz im Gegenteil: sie wissen um die Bedeutung von Bildung und die damit verbundene Perspektiven für ihr eigenes Leben. Wir sind weiterhin im Gespräch mit den Ü-Klassen, und hoffen die Jugendlichen doch noch überzeugen zu können. Denn Bildung findet nicht nur im Klassenzimmer statt.


Die Erfahrung der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen scheinen folgende zu sein: Für junge Menschen mit Fluchterfahrung hat der Besuch formaler Bildungsangebote höchste Priorität.

Bald  findet das Kennenlernen aller mitwirkenden Jugendlichen statt. Wir haben die Teilnehmerzahl begrenzt. 10 Jugendliche ohne Fluchterfahrung und 10 Jugendliche mit Fluchterfahrung können im Projekt mitwirken.

Fazit: Viele in Poing lebende Jugendliche ohne Fluchterfahrung haben Interesse an eine gelebte Willkommenskultur. Dabei sind Vorbilder und bisherige Erfahrungen in diese Richtung prägend. Das Signal aus dem Poinger Rathaus, den Helferkreisen und Institutionen kommt anscheinend an. Wiederum wollen junge Menschen mit Fluchterfahrung in Deutschland ankommen, und nehmen formale Bildungsangebote sehr ernst.

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