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In der Nordkurve wird geschneidert – NN

11. Dezember 2012

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Benefizaktion soll auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen –
Nürnberg – Letzten Dezember übernachteten Nürnberger im Schaufenster des Gostenhofer Projektbüros Nordkurve, dieses Jahr werden sie von Schneiderinnen mit und ohne Migrationshintergrund beschenkt. Damit soll auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam gemacht werden. Kulturdesigner Jean-Francois Drozak hat die Benefizaktion jetzt bei der Vernissage vorgestellt.

Jean-Francois Drozak kann die üblichen, oft klischeehaften Benefizaktionen nicht mehr sehen. “Oft starren uns Kinder mit traurigen Augen von Plakaten an, darunter steht: Spende!” Die Rollen seien klar unterteilt in Opfer und Wohltäter. Mit dem diesjährigen Weihnachtskalender in der Gostenhofer Nordkurve möchte der Kulturdesigner die Verhältnisse umkehren. “Das Besondere an unserer Aktion ist, dass die Schneiderinnen und ihre Mitstreiter nicht als Opfer in der Öffentlichkeit dargestellt werden, sondern als Menschen, die etwas zu geben haben”, so Drozak.


Sein Projektbüro in der Rothenburgerstraße ist für Aktionen wie Konzerte, Ausstellungen und den Barfreitag bekannt. Vom 1. bis zum 24. Dezember steht das Projektbüro dann unter dem Motto “Bekleidet”. 24 deutschstämmige Personen aus dem öffentlichen Leben der Stadt Nürnberg werden dabei von Schneiderinnen mit und ohne Flüchtlingshintergrund mit eigens für sie angefertigten Kleidungsstücken beschenkt.

Die diesjährige Aktion soll dazu anregen, sich mit der Situation minderjähriger Flüchtlinge auseinanderzusetzen. Drozak arbeitet dabei mit dem Magazin Straßenkreuzer und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zusammen. Gebeten wird um Spenden für unterschiedliche Flüchtlings-Projekte auf ein Konto des Obdachlosenmagazins.

Politiker und Künstler machen mit
Präsentation und Übergabe der Kleidungsstücke ist an jedem Abend um 20 Uhr. Einige der Beschenkten laden außerdem im Anschluss zu Veranstaltungen wie Konzerten oder Theateraufführungen ein.

Nadine Eisenmann von der Universität Erlangen macht am 1. Dezember den Anfang, am 2. Dezember ist der Grünen-Stadtrat Achim Mletzko an der Reihe. Schlusslicht bildet an Heiligabend SPD-Ratsmitglied Michael Ziegler. Mit von der Partie sind außerdem Musiker wie Smul Meier und Hannah Weimel (6. und 7. Dezember), Haui von der Band La Boum (15. Dezember) und der Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, Rainmund Kirch (11. Dezember).

Fotoreihen zum Thema
Parallel zur Benefizaktion gibt es in der Nordkurve außerdem zwei Fotoausstellungen zu diesem Thema zu sehen. Der Fotojournalist Rudi Ott präsentiert in seiner Reihe “Waldrand” Kleidungsstücke in winterlicher Landschaft, die in Nürnberger Büschen zurückgelassen wurden. Ohne Menschen abzubilden, zeugen die Bilder von einem zurückgelassenen Leben unter unwirtlichen Bedingungen.

Die Übersetzerin Susanne Ott war hingegen mehrere Monate lang in Indien unterwegs. Während ihres Aufenthalts bat sie zwölf Waisenjungen, kreativ zu werden und Fotos zu machen, die für sie bedeutsam sind. Das Werk “Meine Sicht der Dinge” erweitert den Blick auf das Land, das man oft nur als arm wahrnimmt.

Tagesaktuelle Bilder von der Benefizaktion “Bekleidet” gibt es ab dem 2. Dezember bei nordbayern.de.

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