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Herzwerker in Rain am Lech – Augsburger A.

5. Juni 2012

herzwerker

Berufsberatung ganz theatralisch Herzwerker Ein Theaterstück der Rainer Realschule zeigt die Arbeit in sozialen Berufen – live und ohne langweilige Theorie

Von Melanie Hudler
Rain Auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einen sozialen Beruf zu ergreifen? Altenpflegerin zum Beispiel oder Erzieher? Für eine funktionierende Gesellschaft sind diese Berufe extrem wichtig.

Mit einem Theaterstück im Rahmen der Kampagne „Herzwerker“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung wollten acht Schüler des Zweiges Sozialwesen der Realschule Rain zusammen mit der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg auf diese Berufe hinweisen und anderen Schülern die Arbeit im sozialen Bereich schmackhaft machen.

Die Schüler hatten sich vier Tage lang mit dem Theaterpädagogen Jean-François Drozak zusammengesetzt. Heraus kamen acht Szenen aus dem Alltag sozialer Berufe, die die Schüler nachspielten. Im Vorfeld führte das Schauspielteam Interviews mit Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind.


Die Zuschauer sollten aber keine herkömmliche Theateraufführung erleben. Die Interviewpartner der Schüler sind nämlich während der Aufführung auch auf der Bühne und werden von Regisseur Drozak zu ihren Berufserfahrungen interviewt. Diese Methode des Theaters nennt man Playback-Stories. Damit werden wahre Geschichten auf die Bühne gebracht.

Der Theaterpädagoge stellt zum Beispiel Max Reisser vor, der im Frère-Roger-Kinderzentrum in Augsburg eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger macht und mit Heimkindern arbeitet.

Vom Handwerker zum Heilerziehungspfleger
Max schildert seinen Werdegang: „Zuerst habe ich eine Ausbildung im handwerklichen Bereich gemacht. Nach einer gewissen Zeit wurde mir klar, dass ich etwas mit Menschen machen muss. Nun bin ich mitten in der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Ich lerne sehr viel dabei. Unser Handwerkszeug ist eine Art ‘Methodenkoffer’. Wir unterstützen Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung und wenden je nach Situation und Mensch eine andere Methode an.“ Was das für Methoden sein können, zeigt sich in der ersten Szene aus dem Berufsalltag von Max, die die Schüler nun nachspielen:

Eine Gruppe Jugendlicher isst zusammen zu Mittag. Dabei kommt es zu einem Streit, bei dem ein Junge seinem Nachbarn einen Teller Suppe ins Gesicht schüttet. Die Situation eskaliert komplett.  Der Betreuer schlichtet und bringt die Streithähne auseinander. Obwohl er alles richtig gemacht hat, plagen den Betreuer Zweifel und er fragt sich, inwieweit auch er schuld an der Situation ist. Nach dieser kurzen Szene ruft Regisseur Drozak: „Freeze!“ Die Darsteller erstarren, verlassen bald danach die Bühne und Max wird von Drozak weiter befragt. „Hat man oft Selbstzweifel in deinem Job, Max?“, fragt Drozak. „Ja, sehr oft. Aber das ist normal. Es gibt immer Hochs und Tiefs“, antwortet Max.

Dann fragt der Theaterpädagoge Max, was er an seinem Job so liebe. „An meinem Job liebe ich die Abwechslung“, antwortet der Heilerziehungspfleger. Er mag auch „das Gefühl, etwas erreicht zu haben; Menschen helfen zu können und dass man in einem tollen engagierten Team arbeitet“.

Herzwerker helfen Tag für Tag anderen Menschen
Nach einer zweiten Szene aus Max’ Arbeitsleben ist die Sequenz beendet und weitere „Herzwerker“ werden befragt. Neben Max sind das Frau Pflegehaar, die als Behindertenbetreuerin in der Sigelvilla in Bäumenheim arbeitet; Frau Werner, Altenpflegerin im Kreisseniorenheim Rain und Herr Schmidtkuntz, Erzieher in der Tagesstätte Donauwörth.

Übrigens: In allen Einrichtungen können Interessierte Praktika absolvieren.
www.herzwerker.de

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