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Herzwerker – Heinrichsblatt – 10.3.

1. März 2014

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Berufsberatung kann durch Vorträge erfolgen. Berufsinformation kann aber auch erfolgen durch den Kontakt mit Menschen, die von ihren Beruf erzählen. Letzteres setzten Schüler der Graf-Stauffenberg-Realschule in kleine Theaterstücke um. Sie hatten sich über soziale Berufe in der Behindertenhilfe und Altenpflege, Kindertagesbetreuung und Jugendhilfe informiert, und brachten diese Tätigkeitsbereiche bei einer Aufführung in der Schulturnhalle ihren Mitschülern nahe.

„Herzwerker“  nennt sich die Initiative des Bayerische Sozialministeriums, die Aufmerksamkeit für Sozialberufe gewinnen will. Unter professioneller Anleitung stellten Schüler der 9. und 10. Klassen solche „Herzwerker“ und Szene aus deren Alltag vor.


„Menschen in sozialen Berufen sind für die Gesellschaft lebensnotwendig“, betonte zum Auftakt Bürgermeister Werner Hipelius. Man sei auf engagierte  Menschen angewiesen, Menschen, die ihren Verstand einsetzen und die mit dem Herzen dabei sind. Erfreut über die Möglichkeit, Berufsbereiche aus dem Arbeitsfeld der Caritas vorstellen zu können, zeigte sich auch Ursula Kundmüller vom Diözesan-Caritasverband. Laut Realschuldirektorin Marita Rother ist es  ein großes Anliegen, den Realschülern verschiedene Berufe vorzustellen. Deshalb hatte sich die Schule um das Projekt beworben.

Bereits im Vorfeld der zwei Theateraufführungen hatten die Schüler mit Fachkräften Gespräche geführt: mit Sophia Schüler von der Lebenshilfe Bamberg, Georg Wolf vom Dr.-Robert-Pfleger-Rehabilitations- und Altenpflegezentrum St. Otto, Christian Dietz von Kinderhort Boscolino des Don Bosco Jugendwerks und Cornelia Schmittlein von der Caritas-Jugendhilfe in Pettstadt. Geschichten, die die Fachkräfte erzählten, wurden dann in dem einwöchigen Projekt in aufführungsreife Szene umgesetzt. Betreut wurden die Jugendlichen dabei vom Nürnberger Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak und seiner Agentur „Kunstdünger“.

Bei der Aufführung vor Mitschülern, Eltern, Freunde sowie vielen Gäste aus Schulen, Politik und sozialen Einrichtungen blieb die Bühne quasi zweigeteilt. Im roten Sessel im Vordergrund hatten die erfahrenen „Herzwerker“ Platz genommen und informierten über den eigenen Berufseinstieg, über

Zugangswege und Motivation, über Ausbildungschancen, Karrieremöglichkeiten und Krisensicherheit der Berufe.

Die Schüler wiederum machten in kleinen Szenen deutlich, wie das Leben in der Behindertenwerkstatt und im Seniorenheim, im Hort oder im Kinderheim aussehen kann. Sie zeigten auf, wie die Fachkräfte mit viel Engagement, Erfindungsreichtum, Spontaneität, aber auch Beharrungsvermögen auf  verschiedenste Situationen zu reagieren wissen.

In den Stücken ging es etwa um eine Discoabend für und mit Arbeitnehmern aus den Werkstätten der Lebenshilfe, um die Gefühlswelt demenzkranker Menschen, um die Sprachförderung in Kinderhorten oder  auch verständnisvollem, aber auch bestimmten Umgang mit Kindern in Jugendhilfeeinrichtungen, die erst dort lernen, wie man Rücksicht auf andere Menschen nimmt.

Acht Schüler verschafften in acht Szenen einen Einblick in vier Bereiche. So wurde deutlich, dass Menschen in sozialen Berufen einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Sie geben anderen Menschen mehr Lebensqualität, fördern, begleiten, bereichern den Lebensalltag. Angesprochen wurden auch Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen in Leitungsfunktionen. Soziale Berufe wie Alten-, Heilerziehungspfleger oder Erzieher sind, und das wurde ebenfalls deutlich gesagt, auch Berufe für Männer – eben für alle, die gern mit Menschen  arbeiten. Informationen über die Initiative „Herzwerker“ sind abzurufen über die Website www.herzwerker.de. Über Praktikumsmöglichkeiten und Ausbildungswege informieren die  genannten Einrichtungen.

Christiane Dillig

 

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