& Pressespiegel& verrissen+ RechtsextremismusKunstdünger
Getroffene Hunde bellen

24. November 2010

acht-acht

Rund um den Dom und in Gaustadt tauchten rechtsextreme Flugblätter auf, mit denen gegen das Theaterstück „Acht.Acht“ und die Kirche gehetzt wurde.
Von der FT-Mitarbeiterin Marion Krüger-Hundrup.

Bamberg – Pfarrer Matthias Wünsche bringt die ganze Flugblatt-Aktion auf den Punkt: „Getroffene Hunde bellen.“ Und zwar so waidwund, dass das Theaterstück „Acht.Acht“ umso wichtiger sei. Schüler der Hauptschule Gaustadt setzen sich darin mit den Gefahren des Abdriftens junger Menschen in rechtsextreme Kreise auseinander. Initiiert hat dieses Projekt der BDKJ Diözesanverband Bamberg in Kooperation mit der Nürnberger Agentur „Kunstdünger“ und dem Referat für Glaubensbildung im Erzbischöflichen Jugendamt.

Pfarrer Wünsche ist auch Religionslehrer an der Gaustadter Hauptschule und sah sich in der Pflicht zu reagieren. Zumal die rund um den Dom und in Gaustadt aufgetauchten Flugblätter „die Kirche angreifen und die Schüler pauschal beschimpfen“, so Wünsche. Unter der Überschrift „Die Schmierenkomödie geht weiter“ stellt das Pamphlet einen Zusammenhang her zwischen „sexuellem Kindesmissbrauch durch Priester“ und „ihrem erhobenen moralischen Schmutzfinger gegen Andere“. „Acht.Acht“ wird als „steuerfinanziertes Affentheater“ bezeichnet, sei „billige Hetze“ und „äußerst tendenziös“. Die mitwirkenden Schüler „werden irgendwann nicht ausbildungsfähig sein“.


Pfarrer Wünsche sammelte flugs Informationen über den Unterzeichner des Flugblattes: Winfried Breu, Bad Staffelstein. Der Pfarrer brachte die Ergebnisse seiner Recherchen auf ein Gegenflugblatt, das er entsprechend verteilte. Wünsche fand heraus, dass das Bayerische Staatsministerium des Innern und das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz die „Kameradschaft Lichtenfels“ im Visier hat, die 1998 von dem NPD-Funktionär Winfried Breu gegründet wurde.

In den Flugblättern der Kameradschaft werden führende Politiker der „etablierten Parteien“ sowie die Sicherheitsbehörden verunglimpft. Ferner ist Breu offensichtlich weiterhin stellvertretender Kreisvorsitzender der NPD in Lichtenfels und gleichzeitig Schatzmeister: „Das wird in dem Flugblatt ebenso verschwiegen wie die Tatsache, dass Breu bei Aufmärschen der NPD in erster Reihe mitmarschiert“, erklärt Wünsche. Auf seinem Flugblatt hat er einige Internet-Quellen aufgeführt, die seine Angaben belegen. Außerdem weiß Wünsche, dass sich bei Google „weitere interessante Treffer zum Namen Winfried Breu finden, die klar machen, wer hinter dem Flugblatt steht“.

Der Gaustadter Pfarrer ist nun „umso mehr gespannt auf das Theaterstück, „Acht.Acht“, welches er sich natürlich anschauen will. Es wird am Donnerstag, 7. Oktober, um 19 Uhr in der Turnhalle der Gaustadter Volksschule, Anna-Linder-Platz 9, aufgeführt.

Dieser Beitrag wurde unter & Pressespiegel, & verrissen, + Rechtsextremismus, Kunstdünger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.