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Frische Zutaten im Kochtopf – UZ

22. April 2011

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In nur einer Stunde kochen, spülen und Theaterspielen – das geht doch gar nicht, mag man meinen und irrt. Templiner Oberschüler haben gestern bewiesen, wie wunderbar das funktionieren kann. Neun Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren standen auf der Bühne im Atrium der Schule. Bereits am Donnerstagabend hatten sie dort vor interessierten Eltern und Gästen gespielt, gestern nun vor den anderen Mitschülern. Nur dreieinhalb Tage blieb ihnen Zeit, um unter Anleitung des erfahrenen Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak das Stück „Der Brandner Kaspar“ zur Aufführung zu bringen.

Darin dreht sich alles ums Essen. Allerdings nicht um die Frage, wo es die besten Pommes gibt oder wer am besten eine Dose mit einem Fertiggericht öffnen kann. Vielmehr ist der Handlungsort die Küche des Hotels „Maria“ in Templin, wo live unter Verwendung gesunder Zutaten gekocht wird. Das Hotel befindet sich im einzigen Stadtteil, der nicht unter Wasser steht. Hotelchefin Maria wittert die große Chance, viel Geld zu verdienen, weil die Gäste nicht abreisen können. Bevor auch der Bürgermeister dort einkehrt, schickt er seine Vorkosterin. Die weigert sich zunächst zu probieren, was Köchin Roswitha zubereitet hat. Schließlich isst man in der Innenstadt nichts in Streifen Geschnittenes, sondern nur Dinge in einem Stück, so wie es der Bürgermeister auch zu tun pflegt.


Man merkte den Protagonisten Pascal Ziebarth, Cindy Chrzon, Jan Felix Kunze, Monique Rockstroh, Alexander David, Lara Noack, Rebecca Reefschläger, Sarah Ram und Denise Kretschmer schnell die Freude am Spiel an. Textunsicherheit gab es nicht. Obwohl es nicht einfach war, für die Rollen zu lernen, wie die Schauspieler nach der Vorstellung verrieten. „Eine Textvorlage gab es nicht, Herr Drozak hat uns die Sätze vorgesprochen.“ Das Stück gefiel den Schülern, „weil es lustig war, aber auch ernste Stellen hatte“.

Mit diesem Projekt verbindet Jean-Francois Drozak, der mit seiner Agentur „Kunstdünger“ für verschiedene Kampagnen zur Werteorientierung arbeitet, ein wichtiges Anliegen. „Die Tendenz in Deutschland ist, dass sich Kinder immer ungesünder ernähren, viele sind übergewichtig, es fehlt ihnen an Bewegung.“ Sich Zeit fürs gemeinsame Essen und dessen Zubereitung zu nehmen, daran zu denken, dass es nicht auf die Masse, sondern auf die Qualität einer Mahlzeit ankommt, das sollte möglich sein. Mit der Oberschule Templin arbeitet der Theaterpädagoge schon seit drei Jahren. Möglich wird dies durch die Förderung im Rahmen der Initiative Oberschule durch das Bildungsministerium. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Sozialfonds, so Schulleiterin Barbara Liedtke. Sie dankte den Agierenden nach dem Beifall.

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