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Feucht und unter die Haut – Aidsprävention

18. Oktober 2010

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AIDS? Das bekommen doch nur Schwule und Fixer. Und Afrikaner.” So denken viele.

Leider viel zu viele. Mal ehrlich – können Sie sich vorstellen, sich einfach so, im normalen sexuellen Umgang, mit HIV zu infizieren? Kaum jemand kann sich das vorstellen. Und doch kann es jeden treffen. Was es bedeutet, mit HIV zu leben, kann sich ein nicht infizierter Mensch wohl kaum vorstellen.Ein Jugendlicher schrieb das Drehbuch zum Theaterstück „Unter die Haut“. Darin gibt er einen Einblick in sein Leben mit HIV, seinen Ängsten, seine Schwierigkeiten, aber auch seine Hoffnungen und Ziele.In Kooperation mit der Aidsberatung Mittelfranken werden im Herbst folgende öffentliche Veranstaltungen zu sehen sein:

Hauptschule Feucht – 21. Oktober – 19 Uhr – freier Eintritt
Weitere Informationen unter: 0911/3659855

Man kann es niemandem ansehen, ob er das Virus in sich trägt. Dank der heutigen Therapiemöglichkeiten ist ein relativ normales Leben mit dem HI-Virus möglich. Und doch ist und bleibt HIV eine tödliche Krankheit. Das Leben mit dem Virus ist verbunden mit vielerlei Ängsten, man trifft auf Vorurteile, wird ausgegrenzt. Die Therapie kann Nebenwirkungen haben und man muss trotz der Medikamente jederzeit damit rechnen, dass die Krankheit ausbricht.

Tom (Name geändert) wurde durch eine Bluttransfusion als Neugeborener mit HIV infiziert. Wie viele infizierte Kinder wusste auch er lange Zeit nicht, warum er Tabletten nehmen muss. Seine Mutter vermied es, darüber zu sprechen. Alle drei bis vier Monate musste er in die Kinderklinik, um seine Viruslast bestimmen zu lassen. Hier erfuhr er im Alter von zehn Jahren, dass er eine schlimme Krankheit hat. Er erinnert sich genau an diesen Moment. Er saß auf einem blauen Drehstuhl, seine Mutter und der Arzt links und rechts neben ihm. Die einzigen Worte, die er verstanden hat, waren: “Du hast eine tödliche Krankheit”.

Der Gedanke, vielleicht nur noch ein Jahr zu leben, raubte ihm jede Lebenslust. Er tat nichts mehr für die Schule, er gab sich regelrecht auf. Diese Phase hat er überwunden. Heute akzeptiert er die Krankheit und hat gelernt damit zu leben. Und er will leben: Er ist bereit, für seine Träume zu kämpfen und ist sich sicher, dass er sie realisieren wird.Tom hat einen großen Schritt für sich und für viele Jugendliche getan: Er hat seine Geschichte zu Papier gebracht und gemeinsam mit der AIDS-Beratungstelle Mittelfranken und dem Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak ein Theaterstück mit Jugendlichen auf die Beine gestellt. Es ist ein interaktives Stück, in dem das Publikum einbezogen wird und reale Szenen aus dem Leben eines HIV-positiven Jungendlichen gespielt werden.

Das Stück wird in Schulen aufgeführt – Tom leistet damit intensivste Jugendaufklärungsarbeit, wie es authentischer nicht geht. Mittlerweile spielt er nicht mehr selbst mit – sein Stück hat sich verselbstständigt: In Schulen werden in einem Casting Darsteller rekrutiert, die das Stück vor Schulklassen aufführen.

Toms Botschaft: “Leute, vielleicht glaubt ihr, dass HIV und AIDS nur in Afrika aktuell sind. Dabei müsst ihr nur die Augen aufmachen und ihr seht, wie nah das Thema bei euch ist”.Die Bildergalerie beim bayerischen Rundfunk.

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