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Fastfood auf Tour – NN

3. Dezember 2009

fastfood
Der Tod spült ab – Siebtklässler opferten sogar ihre Hebstferien
NÜRNBERG – Sie lernen kochen und schauspielern in einem: Hauptschüler demonstrieren im Theaterstück «Fast Food«, wie man trotz Alltagsstress live ein gesundes Essen kocht – und nebenbei eine Aufführung auf die Bühne bringt.

Die acht Siebtklässler vom Hummelsteiner Weg haben für die Proben ihre Herbstferien geopfert, um das Schauspiel unter der Leitung von Regisseur und Bühnenautor Jean-Francois Drozak auf die Beine zu stellen. Zum Casting waren 70 Schüler erschienen.

Gute Ernährung problemlos in den Alltag einbauen
Das Kreisjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (Awo) möchte erreichen, dass sich Kinder und Jugendliche mit den Themen gesunde Ernährung und aktive Lebensführung auseinandersetzen. «Im Alltag müssen ganz viele Dinge nebenbei passieren, auch das Essen«, sagte Jenny Wiegand von der Awo.


Sie leitet das Projekt zusammen mit Drozak, der für die Inszenierung verantwortlich ist. Ziel sei es zu zeigen, dass gute Ernährung Spaß macht und problemlos in den Alltag eingebaut werden kann, so Drozak. Als Vorlage für «Fast Food« dient «Die Geschichte vom Brandner Kaspar«, bekanntlich ein Schauspiel, in dem Brandner durch einen Kuhhandel vom Tod weitere Lebensjahre ergaunert.

Chefköchin verliert Geschmack
Drozak hat die Handlung für seine moderne Version auf die Nürnberger Südstadt gemünzt. Die ganze Region ist von einem sechsmonatigen Unwetter überflutet, einzig der südliche Teil Nürnbergs bleibt trocken. Im «Hotel Maria« suchen deshalb zahlreiche Gäste Unterschlupf.

Als der Vorkoster des Bürgermeisters anfragen lässt, ob der Stadtrat im Hotel tagen darf, ist die Aufregung groß. Die Chefköchin Roswitha hat nämlich ihren Geschmack verloren. Es kommt zu allerlei Verwicklungen, in denen Marias Vater, der alte Brandner Kaspar, den Vorkoster zum Essen überredet, eine Fitness-Trainerin aus München mit den Hotelgästen Gymnastik macht und der Tod versucht, Essensreste aus der Hotelküche zu stibitzen.

Kochen und küssen
Dabei gerät er an Gammelfleisch und fällt tot um. Auf die Frage, was nun zu tun sei, antwortet Brandner: «Werfen wir ihn in die Pegnitz, dann schwimmt er rüber nach Fürth.«

Im Mittelpunkt steht in der witzigen Inszenierung immer die Zubereitung von gesundem Essen. Denn «wer gut kochen kann, kann auch gut küssen«, so einer der Akteure augenzwinkernd. Die Kinder schauspielern und bereiten nebenbei auf der Bühne eine warme Mahlzeit inklusive Vorspeise zu. Nach einer halben Stunde lässt der Regisseur zwei Eltern aus dem Publikum das gekochte Chili-Hühnchen samt Salat probieren. Und siehe da, es schmeckt.

Spaß stand im Mittelpunkt
Fazit des Abends: Es ist keine Zauberei, innerhalb einer Stunde zu kochen, zu essen – und sogar abzuspülen. Am Ende des Stücks bleibt der Küchendienst am Tod hängen, der nach seinem scheinbaren Ableben wieder auftaucht und seiner bisherigen Karriere als Lebensdieb abschwört.

Laut Jenny Wiegand ging es «weniger ums Auswendiglernen als um den Spaß«. Den merkte man dem jungen Ensemble an. Das Projekt ist rundum gelungen und wird von den Bühnen-Neulingen auf sehr unterhaltsame Weise umgesetzt. Das Team geht mit seinem «Anti-Fast-Food-Theaterstück« nun auf Tour. In mehreren Nürnberger Hauptschulen will man vor 1000 Schülern auftreten.
Jasmin Nowak

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