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Es zählt das Gefühl – NZ

20. März 2018

kerstin-seeger-foto.1024x1024Kerstin Seeger arbeitet seit elf Jahren als Veränderungsmanagerin. Die 36-Jährige hilft Firmen dabei, neue Strukturen einzuführen. Sie weiß, warum jedes Unternehmen einzigartig sein will und warum Produktfälschungen manchmal in Ordnung sind.

Für jedes Unternehmen ist es wichtig, etwas Besonderes zu sein. Dann kommen die Mitarbeiter gerne zur Arbeit und geben ihr Bestes. Auch mit Blick auf die Kunden ist es wichtig, einzigartig, also ein Original zu sein, dann kaufen sie dort gerne ihre Produkte und Dienstleistungen. Deswegen sollte jedes Unternehmen Wert darauf legen, wie es handelt: Wie es mit seinen Mitarbeitern umgeht, wie es auf Kunden zugeht und wie es seine Wirtschaftskette gestaltet. Einem besonderen Betrieb ist es nicht egal, wo und unter welchen Umständen Rohstoffe und Produkte in anderen Ländern eingekauft werden und ob dadurch ein Schaden entsteht. Das Verhalten einer Organisation beeinflusst das Bild, das Menschen von der Firma haben und bestimmt das Gefühl, mit dem sie dort arbeiten und einkaufen.


Ob die Kunden eine Ware als Original oder billige Kopie wahrnehmen und wie sie dazu stehen, hängt ebenso mit dem Gefühl zusammen, das ein Produkt transportiert. Für mich ist zum Beispiel Fair-Trade-Schokolade eine originale Schokolade, weil ich beim Kauf das Gefühl habe, dass ich meiner Verantwortung als Kunde nachgekommen bin und weil die Menschen, die an der Herstellung der Schokolade beteiligt waren, fair bezahlt worden sind.

Natürlich will kein Unternehmen, dass andere Firmen Raubkopien seiner Produkte herstellen. Aber in manchen Fällen finde ich das auch gut. Wenn zum Beispiel ein Pharmaunternehmen ein Medikament für Aids-Kranke herstellt und damit reich geworden ist, sich aber weigert, es in ärmeren Ländern günstiger zu verkaufen, dann finde ich das problematisch.

Denn irgendwo auf der Welt gibt es viele Menschen, die diese Medizin dringend brauchen. In so einem Fall finde ich es in Ordnung, dass es auch Fälschungen des Medikaments gibt.
Maxime Lang, Azan Ullah

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