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Erzbischof Schick ist Schirmherr und im Publikum

24. Juli 2010

acht-acht

Premiere Schüler der Kaulbergschule zeigten am Donnerstag in Anwesenheit des Erzbischofs Schick das Theaterstück “Acht.Acht”, ein brennend aktuelles Drama um das Abdriften junger Menschen in rechtsextreme Kreise. Zum Schutz der Jugendlichen vor möglichen Angriffen durch Neonazis lässt Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak sie bei den Proben nur von hinten fotografieren.


Furchterregend diese Sätze! Immer wieder hervorgebrüllt: “Gewalt ist die einzige Form von Achtung, die wir von euch erzwingen können. Gewalt ist in eurem Spiel nicht erlaubt, jedenfalls nicht die, die die Leute beim Einkaufen oder Spaß haben stören könnte. Aber wir, wir lieben sie. Wir spüren eure Angst – vor uns Neonazis!” Jean-Francois Drozak ist aber noch nicht zufrieden: “Lauter! Lauter! Ich höre euch noch nicht”, spornt er die Buben und Mädchen an. Eine Stunde lang lässt Drozak sie diese Sätze wiederholen. Ohne zu murren machen die acht Schüler und Schülerinnen der Kaulbergschule mit.

Nur vier Tage dauern die Proben für das Theaterstück “Acht.Acht”. (”8.8″ in Anlehnung an den achten Buchstaben im Alphabet und damit an “Heil Hitler”). Am Donnerstagabend um 19 Uhr ist Premiere. Mit Feuereifer haben sich Philip (14), Fabian (16), Leonhard (13), Laura (15), Jessica (13), Christina (14), Meiky (13) und Manuela (14) in ihre Aufgabe gestürzt. Sie sollen spielerisch darstellen, wie leicht junge Menschen in rechtsextreme Kreise abdriften können. Es ist die Geschichte von Franz, der sich meistens langweilt und seine Zeit vor dem Computer verbringt.

Braune Verführer ziehen ihn immer tiefer in die rechte Szene: mit subtilen Methoden, mit unverfänglichen Einladungen zum Fußballspiel im Stadion. Nach und nach beginnt die Gehirnwäsche. Es ist aber auch die Geschichte von Paul, der verzweifelt versucht, seinen Freund Franz aus dem braunen Sumpf zu ziehen. Sein Versuch scheitert.

Leonhard verkörpert den Neonazi Franz. Er schlüpft in diese Rolle, die seiner inneren Einstellung so zuwider ist: “Ich finde es nicht toll, rechts zu sein”, erklärt der Dreizehnjährige. Er fühle sich nicht wohl dabei, auf der Bühne den “deutschen Gruß” zeigen und “Heil Hitler” schreien zu müssen. Auch Laura, die die Neonazi-Anführerin Ute spielt, schüttelt den Kopf: “Im normalen Leben könnte ich das nicht”, betont sie.

Die acht jungen Schauspieler sind in Bamberg alle schon mit Rechten in Berührung gekommen. Dem klassischen Neonazi mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel auszuweichen, war ihnen bisher möglich. Doch der moderne Rechte trägt durchaus auch Nadelstreifen. So setzt Theaterpädagoge und Regisseur Jean-Francois Drozak von der Nürnberger Kunstagentur “Kunstdünger” bei den Proben ebenso auf Aufklärung. Das sieht dieses Theaterprojekt ohnehin vor, das der Bamberger BDKJ-Diözesanverband in Kooperation mit “Kunstdünger” durchführt. Detaillierte Arbeitsmaterialien helfen dabei, die Thematik mit den Schülern weiterzuführen und zu vertiefen.

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