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Energiegeladenes Theater: Abschalten reicht nicht! – LF

3. August 2017

ZirndorfUnd dann ist es plötzlich soweit: Bundeskanzlerin Angela Merkel kann ihre „Sendung mit der Maus“  nicht mehr anschauen und Horst Seehofer nicht mehr mit seiner Modelleisenbahn spielen. Denn: Der Strom ist ausgefallen.

Eine Theaterpremiere der ganz besonderen Art erlebten gute 100 Besucher in der Turnhalle der Realschule Zirndorf.  Acht Schülerinnen und Schüler aus  Mittel- und Realschule Zirndorf sowie dem Gymnasium Oberasbach hatten mit dem freischaffenden Theatermacher Jean-Francois Drozak ein Stück  zur Energiewende einstudiert. Im Mittelpunkt stand ein asiatischer Zeitreisender, der aus der Vergangenheit ins Franken der Zukunft reiste – und etwas abschalten sollte. Anfangs wusste er noch nicht so genau, was es abzuschalten galt. Doch bald begriff er, dass es wohl um den Strom geht. Mit dem Ergebnis, dass Kanzlerin und Bayerischer Ministerpräsident – zumindest in dem Theaterstück – im Dunkeln saßen.

Neben den jungen Akteuren auf der Bühne war auf einer zweiten Handlungsebene das Publikum gefordert. Denn auch das Theaterstück selbst benötigte Energie, besonders, wenn es spannend wurde. Dann rief ein Wissenschaftler etwa „Drei Drahtesel!“‘ und Zuschauer mussten auf  bereit gestellten Fahrrädern in die Pedale treten. Gefordert waren etwa Landrat Matthias Dießl, Regionalmanagerin Joanna Bacik und Schulleiter Josef Nisster.  Die acht Schüler hatten sogar den Feiertag am 3. Oktober geopfert, um das Stück zu lernen. Mit voller Inbrunst verkörperten sie dann bei der Premiere ihre Rollen – mal lautstark brüllend und mal ganz leise und nachdenklich. „Eine super Leistung, das habt ihr richtig toll gemacht“, sagte Landrat Matthias Dießl.

Mit lang anhaltendem Applaus wurde das Stück gefeiert. Es orientierte sich an eine Aufführung, die Jean-Francois Drozak für die N-Ergie geschrieben hatte. In der Neufassung, die der Landkreis in Auftrag gegeben hatte, ging es aber nicht nur um die Energiewende, sondern auch um das Thema Mobilität – auch nicht nur ums Abschalten sondern auch ums Umsteigen. Autofahrer hatten an dem Abend denkbar schlechte Karten: Pünktlich um 19 Uhr ging das Stück los. „Wollen wir noch auf die warten, die im Berufsverkehr mit dem Auto stecken?,“ fragte Jean-Francois Drozak. Die Antwort lautete: „Nein! Wären sie besser mit dem Fahrrad gekommen.“

So erfuhren die Zuschauer auch viel Wissenswertes: Etwa dass den größten Energieverbrauch nicht der Strom verursacht, den wir nutzen.  Heizungen und Autofahrten verbrauchen deutlich mehr fossile Rohstoffe. Der Ausstieg aus der  Atomkraft reicht daher gar nicht aus. Der Umstieg auf das Fahrrad gehört ebenfalls dazu. „Der Landkreis baut sein Radwegenetz aus“, sagte der Landrat und ermunterte alle, so oft wie möglich aufs Rad umzusteigen.

 

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