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Energie-Theater – meine N-ERGIE

1. Dezember 2016

EnergiefotoDie N-ERGIE holt Schüler auf die Bretter, die die Welt bedeuten. „meine N-ERGIE“ war bei der Aufführung des Energiewende-Theaterstücks in Unterpleichfeld mit dabei.

Über die Energiewende wird im Bundestag und am Küchentisch diskutiert. Unterpleichfelder Mittelschüler brachten das Thema auf die Bühne und machten dabei Politik spielerisch zu Kunst.

1. Akt: Die Komposition
Schon Erich Kästner ließ im „Fliegenden Klassenzimmer“ die Schüler das Weltgeschehen auf der Theaterbühne erkunden. Auch Jean-Francois Drozak weiß, wie lehrreich es sein kann, die Schulbänke gegen die Bühne einzutauschen. Gemeinsam mit Experten der N-ERGIE hat der Nürnberger Sozial- und Theaterpädagoge deshalb ein Stück erdacht, das mit realen Fakten über die Energiewende, aber auch mit viel Liebe zum Detail Kinder für wichtige Themen wie Energie und deren Nutzung sensibilisiert. Information verpackt in Unterhaltung – das funktioniert. In nur vier Tagen lernen die Nachwuchsschauspieler neben ihrem Text, warum auch Fahrräder Energie produzieren und was mit überschüssiger Energie passiert. Allein dieses Jahr schlüpfen neben den Fünft- und Sechstklässlern aus Unterpleichfeld Schüler von weiteren vier Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien im Netzgebiet der N-ERGIE in die Rollen von Wissenschaftlern, Umweltaktivisten oder Ingenieuren, damit noch viele das Klassenzimmer fliegen sehen.


2. Akt: Die Proben
Jonas Friedrich zupft nervös an seinem blauen Mantel. Immer wieder pustet er seinen Ponny nach oben. Heute ist er nicht Jonas aus der 6. Klasse der Pleichachschule. Heute ist er Herr Masasuki, der aus dem fernen Japan anreist, um die Atomkraftwerke auszuschalten und die Atomkatastrophe zu verhindern. Gemeinsam mit sieben Mit-Schauspielern übt Jonas seit dem frühen Morgen das Stück. „Wir absolvieren mehrere komplette Durchläufe“, erklärt Jean-Francois Drozak. Gerade ist Nummer zwei geschafft. Die Mädchen und Jungen setzen sich auf den Bühnenrand, baumeln mit den Beinen und diskutieren aufgeregt. Jeder muss sagen, was er gut und was er schlecht gemacht hat. Drozak bestätigt ihre Einschätzungen, lobt oder ergänzt Dinge, die ihm noch nicht gefallen. „Wisst ihr, was parasitische Bewegungen sind“, fragt der Theaterpädagoge. Die Kinder schauen ihn gespannt an. „Sophia, wenn du deine Haare immer wieder hinter die Ohren schiebst oder Jan seine Brille hochschiebt – so etwas meine ich damit.

Bewegungen, die ihr im Alltag macht, die aber mit eurer Rolle nichts zu tun haben. Die klauen die Aufmerksamkeit des Publikums, wie Parasiten. Das stellen wir in der nächsten Runde ab.“ Der Umbau zwischen den Szenen, das Auf und Ab der Schauspieler, das Stillsitzen auf den Stühlen neben der Bühne, wenn man nicht dran ist – viel Arbeit für Drozak und die Schüler. Endlich ist Mittagspause, da stärken sich alle für die Generalprobe.

Alexander trägt die Anzugjacke schon den ganzen Tag. „Ich heiße Pierrre und mach‘ PR“, ein schwieriger Satz für den Jungen, der am liebsten Rettungssanitäter werden will. Im Stück ist er PR-Berater.

Laut und deutlich zu sprechen, so dass die Zuschauer jedes Wort verstehen – daran feilt Jean-Francois Drozak erst kurz vor der Aufführung: „Das kostet viel Kraft, und wenn wir jeden Durchlauf perfekt sprechen würden, hätten die Kinder bei der Aufführung keine Stimme mehr.“

3. Akt: Die Aufführung
Rudolf Suttner, Rektor der Pleichachschule, freut sich am Abend über volle Stuhlreihen in der Mehrzweckhalle gleich neben seiner Schule. 130 Gäste. „Ich finde es wirklich toll, dass die Schüler und damit wir alle hier im Saal mit solchen Fragen in Kontakt kommen“, sagt der Rektor.

„Die Energiewende ist zwar ein politisches und komplexes Thema, aber trotzdem hatten wir beim Zuschauen und vor allem die Kinder auf der Bühne einen Heidenspaß.“ Wie anstrengend es für Luca, Leon, Jonas, Jan Simon, Alexander, Sohia, Sisa und Alina war, hat im Publikum keiner gemerkt. „Ihr seid kleine Profis“, lobt Jean-Francios Drozak seine Schauspieler. „Heute könnt ihr richtig stolz auf euch sein.“

Auch Volker Laudien von der N-ERGIE, der mit seinem Fachwissen als Elektroingenieur die Entstehung des Stücks begleitet hat, ist immer wieder aufs Neue begeistert. Der Höhepunkt sei für ihn jedes Mal die Schlussszene, wenn das Lampenfiber verraucht ist und alle acht Schauspieler im Chor versprechen: Energiewende – gemeinsam schaffen wir das!

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