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Ein Plädoyer für die Herzwerker – Mainpost

3. April 2015

Schulaufführung

BAD KÖNIGSHOFEN   Ein Theaterstück als anschauliche Berufsberatung – das konnte man in der Dr. Karl-Grünewald-Realschule erleben.

Gleichzeitig war die vorgestellte Präsentation der Ergebnisse einer Projektwoche ein Plädoyer für die „Herzwerker“, das sind Menschen in sozialen Berufen, die neben Handwerkern und Kopfarbeitern besonders engagiert sind. Wer einen erfüllenden Beruf ergreifen möchten indem er Menschen helfen und sie professionell auf ihren Lebenswegen unterstützen kann, ist bei den „Herzwerkern“ genau richtig. Soziale Berufe anschaulich machen, das war das Ziel der Vorstellung, in der sich Interviews alt Szenen aus dem realen Leben ermischten.

Vier Berufsfelder aus der Altenpflege, Jugendhilfe, Kindertags-und Behindertenbetreuung wurden vorstellt. Die acht Szene waren mit Interviewpartnern entstanden  und spiegelten typische Alltagserlebnisse wieder.

Aber: „Nur sechs von den acht Szenen sind wahr!“ Mit dieser Aussage motiviert der Regisseur die Zuschauer, aufmerksam zu bleiben und versprach, das Rätsel am Ende aufzulösen. Aus den achten und neunten Klassen waren nach einem Casting acht Schüler von Regisseur Jean-Francois Drozak, Gründer der Kulturdesign „Kunstdünger“, als Darsteller ausgesucht worden.

Lob vom Landrat
Bevor die Bühne freigegeben wurde, stimmte die Chorklasse (6a) unter der Leitung von Henrike Rottmann auf den Abend ein. Schulleiterin Gabriele Went  begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter auch Horst Karch , den Ministerialbeauftragten für die Realschulen, und Bürgermeister Thomas Helbling. Stellvertretender Landrat Josef Demar freute sich, dass sich die Schule des wichtigen Themas angenommen hat. Die Realschule Bad Königshofen sei bekannt für die hohe Qualität, dafür sprach er Lob und Dank aus.

Im Kindergarten Merkershausen  arbeitet Erzieherin Manuela Weiß, sie wurde von Drozak befragt, der durch das Programm führte. „Dass Kindergärtnerinnen nur herumsitzen und Kaffee trinken, ist ein Gerücht, das mit der Wirklichkeit  nichts zu tun hat, macht Weiß klar. Auch die zwei Szenen, in denen die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der Kinder, ihr Temperament und soziales Verhalten aufgezeigt wurden, dokumentierten, wie wichtig die Erziehungsarbeit ist, denn die meisten Kinder verbringen im Kindergarten viele Stunden ihrer wichtigsten Entwicklungszeit.

Angelika Baum arbeitet als Heilerziehungspflegerin in einer Behinderten-Wohngruppe des Dominikus-Ringeisen-Werks. Wie unerwartet manche Behinderte reagieren, zeigten die Szene, die eine Geburtstagsüberraschung für eine behinderten Erwachsenen nachspielten, der auf einer kindlichen Entwicklungsstufe verblieben ist. Angelika Baum findet es gut, diesen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, deshalb sei sie in diese Tätigkeit eingestiegen.

Auch Frank Bärschneider, der in der heilpädagogischen Wohngruppe Rosenthal arbeitet, berichte aus seinem beruflichen Alltag. Daraus entstanden ein Koch- und eine Fußball-Szene, in der ein Ersatzspieler  das entscheidende Tor schießt. Vierte Interviewpartnerin war Rita Kleinhenz, die bei der Caritas-Sozialstation in der ambulanten Pflege tätig ist. Das kann man als Altenpflegerin, Krankenschwester oder -pflegehelferin tun. In eine Szene wurde gezeigt wie ein inkontinenter Vater von einer Feier ausgeschlossen wird.  „Das geht nicht, weil du müffeslt“   teil ihm seine Tochter mit. Da spendet der Besuch der Frau vom Pflegedienst etwas Trost. Auch die Szene „Männerwahn“ zeigte den Alltags, denn Senioren mit beginnender Demenz leben mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. „Spielen sie manchmal mit?“. Fragte der Regisseur, was Kleinhenz  bejahte.

Das gelungene Projekt wurde mit viel Beifall bedacht. Gelobt wurde das Konzept des Regisseurs, dem  als ehemaligem „Heimkind“ ein Anliegen war, das Jugendliche bei ihr Berufswahl die sozialen Berufe mit einbeziehen. „Herzwerker tun zwar viel Gutes, reden aber selten darüber“, sagt Drozak. Ihm gelang es, die bayerische Sozialministerium von seinem Konzept zu überzeugen und damit die Finanzierung zu sichern.

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