& Der BarfreitagNordkurve - Aktuell
Ein Kinderzimmer in der Nordkurve – Vernissage

16. Januar 2012

 

Stefanie Weser und Christiane Weber
Vernissage am 20.Januar 2012 ab 20 Uhr
Special: Oliver Kuntze – Lesung

»Mama, guck mal«. Die Tat war ja gewollt. Gerade Verbotenes zähmt Kinder zum Vollzug. Ort und Tat wussten bestens bescheid. Die Lage ward zur Bühne. Eine vollendete Tat. Zerschnittene Filme. Erschrecken beruhigt. Geputztes entsorgt. Schaulustige fanden sich ein. Ein Geschrei und Getöse zum Applaus geklatscht.

Tatorte Kinderzimmer – Stefanie Weser dokumentiert seit einigen Jahren „Tatorte“ ihrer Tochter Malina. Fotografien machen den stillen inneren Dialog eines Kindes spürbar. Ein Dialog, den Kinder mit sich selbst führen, ist ein Handeln im Hier und Jetzt.  Wesers Werke thematisieren die inneren Prozesse, das Fühlen und Denken eines Kindes und beschreiben den Kern vom Stück, den Samen, die Essenz der Tinte – die besonders schön aufs Sofa spritzt. Die Schere schneidet nicht nur Papier und Pappe — nein, auch Zimmerpflanzen, Haare, Pullover und Geldscheine. Plötzlich läuft der Saft, die Milch, das Mehl, oder der Kaffee zur Durststrecke.  Der Rüde bekommt einen Rock und die Freundin einen dicken Popo angezogen. Das Brot wird gebraten und der Hausschuh isst Spekulatius. In der Küche fährt es Ski, und im Wäschekorb zur Oma.


Abspann –  Christiane Weber erfindet Symbole, die ihrer biographischen Geschichte, ihr Erlebtes, und ihren Gedanken entspringt. Sie druckt sie auf unterschiedliche Materialien, bevor sie diese bewusst zerstört.
In ihren neuesten Arbeiten setzt sie sich mit Videobändern aus der Kindheit auseinander. Aus dem Filmmaterial entspringen Bilder, und der Wunsch sie mit Wort und Symbolik in den Schatten zu stellen. Nach dem Teilen, Reißen, Zerhacken, Schneiden und Trennen, fügt sie alles wieder neu zusammen. Was bleibt? Neugeordnet wirkt das VHS-Material vital statt abgespannt.

Stefanie Weser fotografiert, zeichnet und arbeitet als Objektemacherin in Leipzig. Ihr Interesse gilt dem alltäglichen Ding und seiner potenziellen Poesie.  Das Foto ist Mittel zum Zweck, dient der Auseinandersetzung mit den alltäglich begegnenden, aber nie so gesehenen Dingen.

Christiane Weber lässt sich gerne von Begegnungen mit Künstler inspirieren und bezeichnet sich selbst als Suchende. Der Dialog mit sich selbst und anderen bekommen in ihren Werken eine eigene Bedeutung.  Sie war im Werkbund.

Der Barfreitag ist, wie der Name schon sagt, eine Bar die Freitagabend geöffnet hat. Mehrmals im Jahr bekommen bekannte und weniger bekannte Künstler die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. So können sie ihre Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen und bei einem entspannten Glas Wein mit Interessierten ins Gespräch kommen. Die Bar versteht sich als non-profit  Plattform, die Künstlern die Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren und auszuprobieren. Menschen sollen dazu bewegt werden, in ungezwungenem Rahmen neue Ausdrucksformen zu finden und sie einem Publikum zu präsentieren. Der Barbetrieb läuft auf Spendenbasis und jeder darf soviel geben, wie ihm der Abend wert ist.

Der Barfreitag in der Nordkurve
Rothenburger Straße 51a
90443 Nürnberg
Öffnungszeiten: Freitags 20.00 – 00.00 Uhr

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