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Die grüne Petra – NZ

17. Dezember 2016

Stell dir vor: Du wachst auf und bist grün. Was tun? Zum Arzt gehen? Oder die neue Hautfarbe einfach akzeptieren und in der Schule erscheinen? Aber wie reagieren dann die anderen auf dich?

Genau darum ging es im Theaterstück „Grüne Petra“, das Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Kalchreuth vergangene Woche auf die Bühne brachten. Sie zeigten ein Schauspiel, in dem es ums Anderssein ging und darum, wie Menschen damit umgehen.


Die Bühnenaufführung war das Ergebnis einer Projektwoche an der Grundschule. Es ging dabei um Demokratie, Toleranz und Rassismus. Alle Klassen der Grundschule haben sich dazu Gedanken gemacht und diese dann kreativ zum Ausdruck gebracht. Publikum entschied, wie es im Stück weitergeht.

Beim Theaterstück konnte das Publikum demokratisch abstimmen, wie es weitergeht, ob das Mädchen, das grün geworden ist, in die Schule oder zum Arzt geht und wie es mit ihr überhaupt weitergeht. Und die Meinungen der Zuschauer gingen manchmal ganz schön auseinander.

In unserem Grundgesetz steht, dass niemand aufgrund seiner Herkunft, Religion oder Behinderung oder seines Geschlechts benachteiligt und schlecht behandelt werden darf. Das ist ein wichtiges Gesetz. Doch seine Umsetzung klappt nicht immer. Die einen begegnen Menschen mit Offenheit, die anders sind, weil sie im Rollstuhl sitzen oder einer anderen Kultur angehören.

Die anderen reagieren eher mit Ängsten oder sogar Aggression auf das Anderssein. Warum ist das so? „Dass Menschen eher mit Furcht auf die Andersartigkeit reagieren, ist wohl ein uralter Instinkt“, sagt Martina Mittenhuber vom Menschenrechtsbüro in Nürnberg, das sich darum kümmert, dass Menschen in ihren Rechten nicht verletzt werden.

Früher war es für einen Höhlenmenschen unter Umständen lebensrettend, wenn er dem Fremden mit Furcht oder Abwehr begegnete, erläutert die Expertin. „Aber heute ist es anders.“ Die Leiterin des Menschenrechtsbüros findet, dass sich momentan zwei Lager in unserer Gesellschaft bilden, nachdem im vergangenen Jahr so viele Menschen aus anderen Ländern zu uns flüchteten: „Es gibt einen großen Anteil an Menschen, die sich jetzt für Flüchtlinge engagieren. Aber auf der anderen Seite stehen Menschen, die mit Abwehr auf Flüchtlinge reagieren.“

Nicht alles Fremde muss man annehmen oder befürworten, so Mittenhuber. Das ist in Ordnung. „Gefährlich wird es aber dann, wenn die Ablehnung des anderen mit dem Gefühl der eigenen Überlegenheit gemeinsam auftritt. Hier beginnt Ausgrenzung und Mobbing“, warnt die Expertin

Dabei lassen sich viele Ängste und Vorurteile aus dem Weg räumen, wenn Menschen sich begegnen und sich kennenlernen, betont die Leiterin des Menschenrechtsbüros. „Man sollte nach dem schauen, was die Menschen verbindet.“ Das könnte der erste Schritt sein.
Ella Schindler

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