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Das deutsche Theater für Anfänger

7. Juni 2010

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Der Jugendmigrationsdienst der Caritas realisiert mit “Carimigra” ein innovatives Bildungsprojekt für junge MigrantInnen, dass eine positive Einstellung zu Ihrer Wahlheimat fördert. Zunächst kommen sie mit zahlreichen Menschen ins Gespräch, die eine ähnliche Erfahrung als MigrantInnen erlebten. In Ausflügen der besonderen Art lernen die SchülerInnen ihre persönliche Lernsituation kennen und ihre Stärken als Zweitsprachler zu erkennen.In einer zweiten Projektwoche erfahren sie, wie spaßvoll das Erlernen der deutschen Sprache sein kann. Hierfür üben die Jugendlichen ein Theaterstück ein, das wie ein Sprachkurs aufgebaut ist. Die DarstelerInnen spielen das Stück vor der gesamten Schule vor. Ein Nachbereitungsheft unterstützt den Deutschunterricht. Dabei stehen „weiche Lernfaktoren“ im Vordergrund, die speziell auf die Lernsituation von Zweitsprachlern eingeht. Beide Projektwochen werden in den nächsten Jahren, an zahlreichen Schulen mit hohem Migrationsanteil wiederholt werden.

Premiere an der Hummelsteiner Schule in Nürnberg  – Do.:  10.6. – 19 Uhr – Eintritt frei


Erste Projektwoche – Beteiligung am kulturellen Leben  Reboot your City
„Reboot your City“ ist ein für junge MigrantInnen speziell entwickeltes Austauschprogramm. Die Jugendlichen werden zu Touristen in ihrer eigenen Stadt, ohne also ihren unmittelbaren Lebensmittelpunkt zu verlassen.  Das Motto des Pilotprojektes lautet:  „Erlebe Deine Stadt neu“.Nürnberg ist  eine attraktive Stadt, die von vielen Touristen besucht und entdeckt wird. Die Stadt bietet für Menschen aus aller Welt eine große Anzahl an attraktiven Angeboten. Gleichzeitig leben in Nürnberg viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen. Sie erleben allerdings ein Nürnberg, das in den Reiseführern  kaum  beschrieben wird. Das Nürnberg dieser Menschen ist stark von ihrer  Herkunftskultur geprägt.Kaum ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund wird je in ein von Deutschen bewohntes Einfamilienhaus eingeladen. Ihre Familien besuchen sich gegenseitig, der Kulturverein wird dem Nürnberger Staatstheater vorgezogen. Was haben also diese Jugendlichen mit einer Jugendgruppe aus dem Ausland gemeinsam? Ihnen sind die Orte fremd, in denen sich die deutsche Mittelschicht mehrheitlich aufhält. Bei den speziell für diese Jugendlichen organisierten Austauschprogrammen „Reboot your City“ werden sie wie junge ausländische Touristen behandelt: Sie erfahren die Nürnberger Kultur aus dieser Sicht.In einer Projektwoche werden Orte angesteuert, die für Migrantenkinder neu sein sollten. Das Programm beinhaltet unter anderem den Besuch eines pensionierten Ehepaars am Rande der Fränkischen Schweiz. Bei Kaffee und Kuchen tauschen sich die Gastgeber mit den Jugendlichen darüber aus, welche Hürden sie als so genannte „Zugezogene“ zu nehmen hatten, bevor sie von der Dorfgemeinschaft akzeptiert wurden. Dadurch soll aufgezeigt werden, dass es ein allgemein menschliches Problem ist, wenn Fremde in den Lebensraum von Einheimischen kommen.Neben dem Staatstheater steht aber auch der Besuch einer hauptsächlich von deutschen Jugendlichen frequentierten Jugendorganisation an. Der CVJM führt mit seiner Treppenhaus Lounge erfolgreich ein attraktives Pendant zu Starbucks, Mc Donald´s und Co. Hier können Jugendliche kostengünstig und zielgruppengerecht die Stadtmitte erleben. Jugendliche mit Migrationshintergrund kommen hier leicht mit deutschen Jugendlichen in Kontakt.

Gegen eine Tendenz der Gettoisierung – Viele Immigranten haben die Tendenz sich unter ihresgleichen zu bewegen. Sie haben Hemmungen, kulturelle Angebote außerhalb ihres Kulturkreises wahrzunehmen. Wenn Menschen in ein neues Land einreisen, brauchen sie Unterstützung. Neben den zur Verfügung stehenden Behörden und sozialen Einrichtungen ist es wichtig, Menschen kennen zu lernen, die nach Deutschland einwanderten und den mühseligen Weg der Integration meisterten. Immigranten brauchen Vorbilder aus den eigenen Reihen, die den Weg der Integration als eine attraktive Alternative zu einer Tendenz der Abschottung verkörpern.

Pro Klasse wird ein Schüler am Austauschprogramm teilnehmen. Nach Abschluss der Projektwoche werden sie in ihren Klassen selbst zu Reiseführer, die einzelne Programmpunkte mit ihren Banknachbarn wiederholen werden.  „Reboot your City“ ist die erste von zwei Projektwochen, die an Schulen mit hohem Migrationsanteil durchgeführt werden kann. In der  ersten Woche werden Jugendliche mit Migrationshintergrund motiviert, sich am kulturellen Leben Nürnbergs zu beteiligen. In der zweiten Woche werden sie motiviert, die deutsche Sprache zu erlernen.

Zweite Projektwoche – Inszenierung -Das Deutsche Theater für Anfänger!
Wenn Immigranten nach Deutschland einwandern, müssen sie zunächst die deutsche Sprache lernen und ein grundsätzliches Vertrauen zu ihrer neuen Umgebung gewinnen. Mit dem theaterpädagogischen Projekt „Deutsches Theater für Anfänger“ werden junge Immigranten darin motiviert, sich mit der deutschen Sprache „lustvoll“ zu beschäftigen. Die jungen Darsteller des Theaterstücks sind selbst Immigranten, die seit mehreren Jahren in Deutschland leben.

Das Deutsche Theater für Anfänger – Das Theaterstück ist wie ein Sprachkurs aufgebaut. Im Verlauf der Geschichte werden Wortschatz und Aussage komplexer und tiefgründiger. Das Thema des Theaterstücks hat eine klare Botschaft: Integration beginnt mit der Entscheidung aller Beteiligten aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen. Die Tendenz der Gettoisierung wird auf ansprechende Art und Weise thematisiert. Alternativen werden aufgezeigt, wie zum Beispiel die Bedeutung einer Beteiligung am kulturellen Leben der Stadt. Das Stück zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen im Integrationsprozess und entlässt den Zuschauer mit der Einladung, die deutsche Sprache engagiert zu erwerben.Zielgruppen – Die Darsteller sind Schüler und Schülerinnen staatlicher Hauptschulen mit einem hohen Anteil an Migranten.  Viele von ihnen leben schon sehr lange in Deutschland. Sie befinden sich in der Phase der Nachintegration. Sie bemühen sich um Integration. Sie bringen die notwendigen Voraussetzungen mit, um Jugendliche über ihre Erfahrungen zu berichten. Ihre Mitschüler besuchen im Klassenverband den theatralischen Sprachunterricht. Die zuständigen Lehrkräfte bereiten den Aufführungsbesuch vor und nach.

Dialog – Nach der Aufführung hat der Zuschauer die Möglichkeit, mit den Zuschauern ins Gespräch zu kommen. Die Schauspieler erzählen aus ihrem Leben. Die Zuschauer können Fragen stellen. Während dieses Dialoges setzen die Schauspieler auf das Verständnis für die Situation und der großen Herausforderung des Publikums. Gleichzeitig erlebt das Publikum Ermutigung. 

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