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Clowns ohne Grenzen in der Nordkurve – BR

9. April 2013

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Sie reisen zu Menschen, die nicht viel zu lachen haben: Zu Kindern in Flüchtlingslagern und Waisenhäusern in der Ukraine und Rumänien etwa oder zu Straßenkindern in Indien: Die “Clowns ohne Grenzen”.

Armut, Arbeitslosigkeit und Alkohol: Davon wird der Alltag in einem Sinti- und Roma-Lager in der Ukraine dominiert. Vor allem für die Kinder ist es etwas ganz besonderes, wenn Besuch aus Deutschland kommt – und dann auch noch mit Clownsnasen! Im Sommer 2011 haben die “Clowns ohne Grenzen” das Lager schon zum zweiten Mal besucht. Dort leben rund 2.000 Familien, die hinter dem zwei Meter hohen Lagerzaun ihr Dasein fristen: Zusammengepfercht in Häusern, die zusammengeflickt sind aus Holz, Stein, Pappen und Planen.

BR – Clowns ohne Grenzen in der Nordkurve


Glückliche Kinderaugen
Dem 41-jährigen Clown This Zogg ist es wichtig zu zeigen, dass er Anteil nimmt am Schicksal der Menschen, dass man sie nicht vergisst. Er arbeitet  ehrenamtlich für ”Clowns ohne Grenzen”, die er zusammen mit einem Freund 2007 in Deutschland gegründet hat. Der Verein finanziert sich aus Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen. Nur Fahrt und Unterkunft werden den Künstlern erstattet, für mehr reicht das Geld nicht. Die Reisen sind keine Ferienfahrten. Mit oftmals mehreren Aufführungen pro Tag kann so eine Fahrt ganz schön anstrengend werden, sagt This Zogg, der mehrmals in Rumänien und der Ukraine dabei war. Doch es lohnt sich, vor allem wenn man dann in  glückliche Kinderaugen blickt.

“Dass der körperliche Witz, also der Slapstick, überall ankommt, ist faszinierend. Da lachen die Kinder in Sri Lanka wie in der Ukraine, wenn man über einen Koffer fliegt oder zu blöd ist, auf einem Stuhl zu hocken, dann lachen alle und dann musst du keinen Witz auf Ukrainisch hören.”

“Wir wollen Menschen ein Lachen schenken”
Die Sprachbarriere überwinden die Clowns mit einer Fantasiesprache und vor allem mit Pantomime. Aber auch bunte Luftballons und Seifenblasen, die sie immer im Gepäck haben, tragen zur Verständigung bei. Letztendlich geht es darum den Menschen, die häufig traumatisiert, mittel-und hoffnungslos sind ein Lachen zu schenken. Natürlich müssen zuerst einmal die Grundbedürfnisse geregelt sein: Essen und Trinken, außerdem brauchen sie oft Decken. This Zogg hat festgestellt: “Wenn das Physische gedeckt ist, dann braucht auch die Psyche etwas, woran sie sich freuen kann – gerade in Krisengebieten.”

Clowns ohne Grenzen
Der gemeinnützige Verein hat sich 2007 in Deutschland nach spanischem Vorbild gegründet. Mittlerweile sind Clowns ohne Grenzen in neun Ländern aktiv, in Deutschland mit rund 90 Mitgliedern. Im November soll es in die Türkei gehen, in ein syrisches Flüchtlingslager. Ob das Projekt zustande kommt hängt von Genehmigungen und den finanziellen Mitteln ab.

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