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Berufsalltag auf der Bühne – Frankenpost

25. Juli 2012

herzwerker-hof

Herzwerker – Berufsberatung einmal anders” – so heißt das Theaterstück der Hofer Realschule, das jetzt Premiere hatte. Es informiert über soziale Berufe und deren Perspektiven.

Hof – Sie nennen sie “Herzwerker”: Menschen, die sich beruflich mit Menschen beschäftigen – die helfen, die Sinn stiften. Sie arbeiten in sozialen Berufen wie in der Altenpflege, der Jugend- und Behindertenhilfe oder bei der Kindertagesbetreuung. Um sie dreht sich das Theaterstück, das jetzt Premiere hatte: Acht Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Johann-Georg-August-Wirth-Realschule zeigten Szenen aus dem Berufsalltag der Sozialarbeiter.

Jean-Francois Drozak, verantwortlich für die Entwicklung und Regie, moderierte die acht Szenen. Wie er erzählte, haben die Schüler für das Projekt Interviews geführt. “Wahre Geschichten, die berühren, wollen wir Ihnen heute zeigen”, erklärte er. Zwei davon seien erfunden; er rief das Publikum auf, herauszufinden, welche. Unterstützung bekamen die Jugendlichen von Berufspraktikern, die zwischen den Szenen bereitwillig von ihrer Arbeit erzählten. Für zwei Szenen aus der Behindertenhilfe stand Alfred Rohn von der Fachakademie für Sozial- und Heilpädagogik als Interviewpartner parat: Einmal macht ein Hypochonder den Pflegern mit einer eingebildeten Krankheit das Leben schwer; in einer anderen Szene sitzt ein Mann im Rollstuhl und schreibt tagtäglich seine Erlebnisse mit der Schreibmaschine auf. “Er versuchte trotz stark eingeschränkter Möglichkeiten, zu tun, was er konnte. Dann starb er plötzlich an einer Lungenkrankheit”, berichtete Rohn.


Die Realschüler bemühen sich sehr, die Szenen lebhaft und echt darzustellen. So auch bei der Kindertagesbetreuung: Da gilt es, ein neues Kind gefühlvoll in den Hort zu integrieren. Oder ein unmotiviertes Kind muss überzeugt werden, seine Hausaufgaben zu erledigen.

Tobias Schubert von der Jugendhilfe St. Elisabeth brachte die Erfahrungen ein, die er in einer Wohngruppe mit Jugendlichen machte. Von den Schwierigkeiten, einen Ausflug mit den Halbwüchsigen im Stadtbus zum Untreusee zu machen, handelt ein Ausschnitt. Im nächsten Spot bemüht sich ein Erzieher um ein traumatisiertes Mädchen, das erst wieder lernen muss, es zuzulassen, umarmt zu werden.

Dass “Pflege mehr ist als nur eine Waschanlage”, wie Drozak sagte, zeigten die Schüler in Altenheim-Szenen. Eine ältere Frau weigerte sich, zu essen. Der Pfleger setzt sich zu ihr, es gelingt ihm schließlich, sie wieder zum Essen zu bewegen. “Männer in sozialen Berufen sind wie Vitaminspritzen für ältere Patientinnen”, sagte Jochen Stadter vom Caritas-Altenheim Kolpinghöhe danach.

Die Theatergruppe führte das Stück auch vor 600 Schülern auf. Das Theaterstück “Herzwerker” ist entstanden in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.

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