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Bern inszeniert Ökostress

15. Juli 2011

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Luxus Ecology – Citybound in Bern

9 Schauspieler aus der Schweiz wollten es diese Woche wissen: Ist die Diskussion rund um Ökologie eine ernstzunehmende Diskussion oder nur Luxus unserer Wohlstandsgesellschaft? Ein Tag lang machten sie Bern unsicher, nutzten dabei Methoden der Theaterpädagogik, um in Bern den ökologischen Stresstest zu machen. Im Folgenden sind mehre ihrer Aktionen beschrieben. Die Ergebnisse des Stresstest können auf Nachfragen zu jede der Stories angefordert werden: info@kunstduenger-nuernberg.de


Der nationale CO2 Emissionstest – Ladeneinrichtung unter Verdacht
Die Schauspieler gaben sich in Läden als Emissionstester aus und prüften unangemeldet, ob die Inneneinrichtungen „Emissionsgerecht“ sind.  Sie prüften, ob die Gegenstände auf NAturbelassenheit und füllten entsprechend Fragebögen aus.

GPS – Ökoeinkaufssystem
Ein Schauspieler geht einkaufen. Aus seiner mitgebrachten großen Tasche „tönt“ es, wie Schweizer es zu nennen pflegen, Informationen über Lebensmittel und ihre Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Das GPS Ökoeinkaufssystem empfiehlt, keine Chickitabanannen zu kaufen. Weitere Einkäufer (Schauspieler) sind interessiert, laufen dem genervten Besitzer des GPS Systems hinterher. Sie wollen mehr Informationen und sind vom System begeistert. Das System hat ein Scanner mit dem man angeblich überprüfen kann, ob ein Lebensmittel tatsächlich Öko/Bio ist. Das Gerät tönt entsprechend. Eine Verkäuferin ist neugierig und hält eine Bioeierpackung an das GPS System hin.

Ökologische Selbstjustiz
In ein Café sitzen zwei Frauen (Schauspielerin) mit Funkgeräten in der Hand. Alle 5 Minuten meldet sich jemand über Funk und beschreibt eine Umweltsünde die gerade irgendwo in Bern begangen wird. Die zwei Frauen besprechen sich, und Befehlen über Funk je nach Sünde das entsprechende Auto zu zerkratzen, die Notbremse zu ziehen, ein Mensch am Baum zu fesseln. Die Gäste im Café schauen zunächst verwundert, fordern die Frauen später auf Selbstjustiz sein zu lassen. Zuletzt ruft die Kellnerin die Polizei.

Zementos, und Fukushima hätte kein Leck“
Radio Energie sendet derzeit aus dem Hauptbahnhof in Bern. 10 Schaupieler gehen einzelnd und mit zeitlichem Abstand zum Funkort und sagen dem Moderator “Zementos, und Fukushima hätte kein Leck. Jemand hätte ihnen im Bahnhofsgelände angesprochen und gesagt, dass wer den Spruch aufsagt, zwei Freikarten vom Radiosender bekommt. Nachdem der dritte Schauspieler von den Betreibern über das „Missverständnis“ aufgeklärt werden, entsteht im Sender Unruhe. Sie gehen von einer groß angelegten Aktion aus, die nicht mit ihnen abgesprochen wurde. Die weiteren Schauspieler werden befragt, und der Sicherheitsdienst des Hauptbahnhofs gerufen. Der Programmleiter überlegt wie er intervenieren kann.

Staatstheater Bern kauft nur ökologisch ein.
Ein Regieassistent geht mit einer Schauspielgruppe in mehreren Geschäften einkaufen. Dem Besitzer wird in Aussicht gestellt, dass die Schauspieler bei einer guten Beratung alle komplett neu eingekleidet werden. Der Regieassistenz nimmt den Besitzer zur Seite und sagt ihm, dass die Schauspieler allerdings alle miteinander schwierig sind. Sie kaufen nur Fair Trade Produkte. Der Regieassistent fordert den Besitzer unverhohlen auf, seine Schauspieler auf kritische Rückfragen unverhohlen anzulügen. Der Assistent will den Einkauf hinter sich bringen.

Tiefgekühltes Kinderspielzeug
Drei Mütter sitzen in ein Kaffee. Sie unterhalten sich darüber, was einer der Söhne zum Geburtstag bekommen soll. Zwei Mütter empfehlen aus Karotten und anderem Gemüse Figuren und Autos zu schnitzen. Empfehlenswert wäre das Spielzeug in der Tiefkühltruhe nach jedem Spiel aufzubewahren, damit es nicht verdirbt. Die Mütter streiten sich darüber was sinnvoller erscheint, wiederverwertbares Spielzeug in einer Tiefkühle aufzubewahren, oder durch Spielzeug Rohstoffe zu verbrauchen. Die Gäste werden mit einbezogen.

Die sprechende Ökotasche
In einer Strassenbahn spricht eine Frau mit ihrer Ökotasche. Am Anfang denken die Leute, die Dame wäre psychisch krank. Doch nach einer Zeit beginnt die Tasche tatsächlich mit ihr zu sprechen. Die Tasche macht ihr ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht umweltbewusst verhält. Die Gäste (Schauspieler) regen sich auf, und sagen zu der Ökotasche sie soll endlich ruhig sein. Einige Fahrgäste streiten sich darüber, ob eine Ökotasche das Recht sich für die Umwelt einzusetzen. Weitere Gäste melden sich zu Wort.

Kernschmelze in der Umkleide
Eine Frau geht in ein Geschäft. Sie nimmt ein paar Kleidungsstücke und zieht sich in die Umkleide um. In der Umkleide beginnt sie mit einer Horrorstimme das Geschehen der letzten 4 Wochen in Japan wiederzugeben. Sie erzählt in einer Gruselatmosphäre wie die Welle vielen Menschen umbringen, und wie die Atomreaktoren langsam in sich zusammenfallen. Die Mitarbeiter und Kunden werden unruhig. Die Frau reagiert nicht auf Zurufe der Mitarbeiter, doch niemand traut sich den Vorhang aufzuziehen. Immerhin ist es eine Garderobe. Plötzlich geht der Vorhang auf, und die Damen geht als ob nichts wäre zum Spiegel um ihr neues Kleid anzuprobieren. Sie holt sich ein Neues und geht zurück in die Garderobe. Als der Vorhang wieder geschlossen, geht die Gruselgeschichte weiter. Die Chefin wird gerufen.

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