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Aurich statt Auslandsjahr – EFA

20. Juli 2017

Nele Hohagen FSJlerinImmer mehr Jugendliche entscheiden sich nach der Schule für den Freiwilligendienst – auch im Landkreis Aurich. Gesellschaftliches Engagement können sie so mit der Möglichkeit verbinden, sich beruflich zu orientieren.

Von Peter Kubatschek –  Aurich West
Mehr über die Projektwoche:
https://projektdruckerschwaerze.jimdo.com/

AURICH. Eigentlich plante Nele Hohagen nach dem Abitur ins Ausland zu gehen. Wie viele ihrer Altersgenossen träumte sie von einem Jahr in Südamerika oder Afrika, ein soziales Projekt in einem fremden Land unterstützen. Doch nach einem persönlichen Erlebnis war ihr klar: „Auch hier vor Ort in Aurich kann ich helfen, viel mehr als ich dachte!“ Die 18-Jährige startete deshalb im September 2016 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Jugendzentrum Aurich.

Auch im Landkreis Aurich absolvieren immer mehr junge Menschen wie Nele nach der Schule den Freiwilligendienst. Aktuell sind hier 180 Personen zum Beispiel in der Pflege, in Kindergärten oder Museen im Einsatz. Malte Bruns von der Freiwilligenagentur der Kreisvolkshochschule vermittelt die Interessierten in die Einrichtungen. Seitdem die Agentur, die zur Kreisvolkshochschule gehört, 2009 gegründet wurde, steigt die Zahl der Freiwilligendienstleistenden stetig.

„Viele sind nach der Schule noch nicht sicher, wohin es beruflich gehen soll. Sie nutzen dieses Jahr zur Orientierung“, sagt Koordinator Bruns. Zwölf Monate dauert der Freiwilligendienst in der Regel. Bewerben kann sich grundsätzlich jeder – ob Schulabgänger, Studienabbrecher oder Seniorin. Vor kurzem erst vermittelte Malte Bruns einen Rentner, der seinen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer Schule absolviert. Bis auf die Finanzierung gibt es zwischen BFD und FSJ keinen Unterschied. Jedoch liegt die Altersgrenze fürs FSJ bei 27 Jahren. Monatlich erhalten die Freiwilligen eine Aufwandsentschädigung von 275 Euro. Zum Vergleich: Für ein Praktikum im Ausland hätte Nele bei den meisten Organisationen sogar bezahlen müssen. Ein weiterer Grund, warum sie sich entschied, in Aurich zu bleiben.

Bruns glaubt, dass viele junge Menschen den Freiwilligendienst gerade deshalb schätzen, weil er zeitlich begrenzt und damit absehbar ist. Anders als ein Ehrenamt im Verein – das sei vielen zu verbindlich. Ein freiwilliges soziales Jahr macht sich außerdem auch gut im Lebenslauf. Bruns: „Der Freiwilligendienst ist hoch angesehen. Wir haben in den vergangenen Jahren gemerkt, dass die Unis und Arbeitgeber es bei Bewerbern sehr schätzen, wenn sie bereits im sozialen Bereich Erfahrung gesammelt haben.“

Nele hat von ihrer Arbeit im Jugendzentrum profitiert, sagt sie. „Ich habe viel im Umgang mit Menschen gelernt, zuzuhören aber auch selbstsicher aufzutreten.“ Im Sommer wird sie ihr FSJ beenden. „Mir werden die Jugendlichen fehlen. Es ist ein schönes Gefühl, ihr Vertrauen zu spüren“, sagt Nele. Auch beruflich, ist sich Nele jetzt sicher, will sie später einmal mit Jugendlichen arbeiten. Im Herbst beginnt sie das Lehramtsstudium.

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