- Abschalten+ EnergiewendeDie Agentur für Kulturdesign
Aus und Abschalten – Ein energetischer Stresstest

2. Oktober 2014

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„Nur Produziertes kann auch verbraucht werden.“ Ein Testballon an der Realschule Zirndorf.

In den letzten Jahren hat sich die Einstellung in unserer Gesellschaft zu energiepolitischen Fragen stark verändert. Man spricht von der Energiewende. Doch selbst mit den besten Absichten muss man eingestehen, dass „sauberer Strom“ nicht zu den gleichen Konditionen wie Kernkraft zu haben ist. Und eine ökologisch verträglichere Alternative lässt sich nicht von heute auf morgen flächendeckend installieren.


Der Druck auf Energiekonzerne, Kommunen und Politik steigt. Unser Projekt mit dem Arbeitstitel „Energie“ stellt die grundlegendste Frage in dieser Energiedebatte und unsere Projektpartner initiieren einen gesellschaftlichen Diskurs:

„Nur Produziertes kann auch verbraucht werden.“

Dies gilt auch für Strom. Energiepolitische Fragestellungen sind schwer zu fassen und bleiben zunächst für den Konsumenten abstrakt. Wer das Licht in seiner  Wohnung einschaltet, bekommt erst Wochen später eine Rechnung. Und woher der Strom tatsächlich herkommt, entzieht sich der Alltagswelt des Konsumenten. Für die meisten kommt der Strom halt aus der Steckdose

Das folgende Theaterstück ermöglicht dem Publikum ein sinnliches Erlebnis rund um energiepolitische Fragestellungen.
Das Publikum produziert während der Aufführung die dafür notwendige „Energie“. Drei Fahrräder stehen zur Verfügung, die „Energie“ in eine Batterie einspeisen. Die Batterie sorgt für die notwendige „Spannung“ in den Darsteller und betreibt sowohl Ton als auch Lichtanlage. Im besten Fall  betreibt das Publikum eine einstündige Veranstaltung mit „eigener Muskelkraft“.  Das Publikum kann in diesem Fall eine Theateraufführung ohne „Spannungsverlust“ erleben. Im schlechtesten Fall sitzt das Publikum im Dunkeln, weil niemand sich bereit erklärt in die Pedalen zu treten und Strom  zu erzeugen. Während des Theaterstücks sind Störungen vorgesehen. So kann es passieren, dass ein Fahrrad ausfällt, eine Sicherung durchbrennt oder aber ein Sturm die Stromversorgung für kurze Zeit lahm legt.

Unser Projekt verdeutlicht, wie komplex der Prozess von der Energieerzeugung bis zum Kunden ist.  Mit unserem Projektvorhaben wollen wir die Öffentlichkeit anregen, eine von Ideologien und Populismus freien  Diskussion rund um energiepolitische Fragestellungen zu führen.
„Nur Produziertes kann auch verbraucht werden.“  Schließlich kommt der Strom nicht nur aus der Steckdose!

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