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Antonio Fernandez verrät sein Erfolgsrezept – 9.6. – NZ

10. September 2013

 

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Folgender Beitrag entstammt der Feder von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Unterstützt wurden sie von Redakteuren der Nürnberger Zeitung:

Spanische Spezialitäten

Nürnberg  – Mit seinem Lebensmittelladen „Bodegas Andaluzas“ in Gostenhof, den es seit 29 Jahren gibt, hat Antonio Fernandez einen langen Atem bewiesen und verrät der NZ sein Erfolgsrezept.

Ich habe mein spanisches Lebensmittelgeschäft 1984 eröffnet. Meine Frau konnte damals kein Deutsch und wusste deswegen nicht, was sie arbeiten sollte. Dann gab mir ein Freund den Tipp, einen Laden zu eröffnen. Wir verkaufen viele Spezialitäten aus Spanien wie Wurst, Käse, Oliven, Wein, Kekse. Insgesamt habe ich mehr als 600 Artikel im Sortiment.

Nächstes Jahr wird mein Geschäft 30 Jahre alt. Den Laden gibt es so lange, weil mir bewusst war, dass ich damit meinen Unterhalt mein ganzes Leben verdienen will. Entweder hast du die Idee, mit deinem Geschäft in fünf Jahren reich zu sein, oder du willst langfristig davon leben. Meine Frau und ich haben immer versucht, unsere Kunden möglichst gut zu beraten.

Wir schauen nicht, was am meisten Geld bringt, sondern was dem Kunden gefällt und was ihm schmeckt, damit er wieder zu uns kommt. Das ist unsere Geschäftspolitik. Unser Glück war auch, dass spanische Lebensmittel mit der Zeit immer beliebter geworden sind. Die kannst du jetzt in jedem Supermarkt kaufen. Ich muss aber beachten, dass nicht nur das Preisleistungsverhältnis stimmt, sondern auch bei uns die besseren Produkte zu finden sind.

Ich möchte meinen Laden nicht erweitern. Das wäre unrealistisch, da ich auch außerhalb des Geschäfts sehr beschäftigt bin. Ich bin zum Beispiel in vielen sozialen Bereichen tätig.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Laden in der Familie bleibt. Das Geschäft ist unser Lebenswerk. Meine beiden Töchter sind in dem Geschäft aufgewachsen. Die ältere von ihnen hat Handelsfachwirtin gelernt und arbeitet momentan als stellvertretende Filialleiterin in einem anderen Betrieb, um neue Erfahrungen zu sammeln. Wenn sie dann wieder zurückkommt, dann muss ich
langsam den Generationswechsel einläuten.

Ich würde meiner Tochter gerne den Laden übergeben und ihr ermöglichen, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Ob die eigenen Kinder es wollen, ist aber eine andere Geschichte. Der Wille muss da sein. Entweder haben sie die Eigeninitiative und sagen, dass sie es wollen. Oder es hat keinen Sinn.

Mir macht meine Arbeit immer noch viel Spaß. Ich bin auf Wein spezialisiert, das ist gleichzeitig mein Hobby. Und ich lerne immer noch dazu, auch von den Kunden. Manche von ihnen haben eine große Ahnung von Wein.

Wenn man keinen Spaß im eigenen Laden hat, dann funktioniert es nicht. Das spüren dann die Kunden.
Protokoll: Almin Licina und Nino Escher

 

 

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