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Andrang vor der ersten Probe – MOZ 29.9

14. Januar 2011

acht-acht

 

Fürstenwalde (moz) Bereits zum zweiten Mal hat es sich die 2. Oberschule „Juri Gagarin” in Fürstenwalde zum Ziel gemacht, im Rahmen des Friedensfestes der Kulturen, ein Theaterstück einzustudieren, das sich mit dem Abdriften junger Leute ins rechtsextreme Milieu auseinandersetzt. Premiere ist am Mittwochabend in der Kulturfabrik.„ACHT.ACHT“ ist der Titel des Theaterstücks, das von acht Schülerinnen und Schüler der 2.  Oberschule „Juri Gagarin” unter Anleitung des Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak an nur vier Tagen einstudiert wurde. Es dauert 30 Minuten und zeigt, wie stark Jugendliche durch die rechte Szene gefährdet werden können.

Wer sich an dem Theaterstück beteiligt, wurde den Schülern freigestellt. Dennoch war der Andrang zur ersten Probe am 26.  September gewaltig: Viele Schüler der 9.  und 10. Klasse erschienen freiwillig, doch nicht alle konnten mitmachen, da für das Stück nur acht Personen notwendig sind. In einer kurzen Einführungsphase konnte sich der Theaterpädagoge Drozak ein Bild davon machen, was die Schüler über Rechtsextremismus wissen, und was sie davon halten. Zwar wusste nicht jeder, was er zu dem Thema sagen sollte, doch in einem Punkt waren sich alle einig: Keiner der Schüler möchte in die rechte Szene gelangen, wobei einige bereits mit ihr in Kontakt gekommen sind.

Auf die Frage, warum sie bei dem Stück mitmachen wollen, antworteten die meisten, dass sie Lust hätten, auch mal ausgefallene Sachen zu machen, die für die Theaterstücke von Drozak typisch sind. Angelika Ernst (16), die noch nie öffentlich ein Theaterstück aufgeführt hat, sagte: „Ich bin hier, um etwas Neues auszuprobieren. Ich denke ich habe genug Selbstbewusstsein, um auf die Bühne zu gehen und dieses Stück so vorzuführen wie Jean es haben will.“ Sie erhofft sich von der Arbeit mit dem Theaterpädagogen Spaß an der Sache, aber auch viel davon mitnehmen möchte.Nach einigen Anfangsschwierigkeiten wurden die Schüler mit der Zeit viel aufgeschlossener und fingen an, sich mehr von den Sachen zu trauen, die Drozak ihnen vorführte. „Am Anfang war das total peinlich vor den Anderen, doch mit der Zeit fühlt man sich wohler“, sagte Angelika. Die anderen sahen das genauso, sodass recht schnell eine sehr entspannte und lockere Arbeitsatmosphäre eintrat.

Szenenweise wurde das Stück den Schülern vorgestellt und mehrmals durchgespielt. Jeder bekam Gelegenheit, sich in den verschiedenen Rollen, die das Stück bietet, zu erproben, denn erst später wurde festgelegt, wer welche Rolle übernimmt. Jeder soll die Rolle bekommen, die am besten zu ihm passt, und mit der er sich am besten identifizieren kann.Von Text auswendig lernen wurde nicht viel gehalten. Die Darsteller sollten versuchen, sich den Text zu merken, den der Pädagoge ihnen vorsprach. Ansonsten ist improvisieren angesagt. Hauptsache, man hat den Inhalt verstanden und kann ihn sinngemäß wiedergeben. Den Schülern gefiel diese Variante, und sie scheint auch gut zu funktionieren, denn bereits am ersten Probetag haben sie mehr als die Hälfte der Szenen einstudiert. Die Schüler waren sich wieder einmal einig: Diese Art des Theaters macht richtig Spaß und es ist ganz anders gekommen, als sie es erwartet haben, nämlich viel lockerer, entspannter und freundschaftlicher. An nur einem Tag sind sie zu einem Team geworden.
Julia Michaelis

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